Palehound – Black Friday

Ellen Kempner hat sich in den ersten beiden Palehound-Alben in vielfältiger Form mit ihrer Trauer um den Verlust von Angehörigen auseinandergesetzt. Es ist nicht überraschend, dass es die Art und Weise beeinflusst hat, wie sie heute auf die Welt reagiert. Kempner hat keine Angst, ihre Meinung zu äußern, egal wie peinlich oder empörend ihre Gedanken sein mögen. Diese engagierte Ehrlichkeit, die sie in ihren Liedern ausdrückt, entfaltet sich dabei zwei Richtungen: als unsterbliche Hingabe gegenüber Freunden und einer gewissen Abneigung gegen über sich selbst. Dies führt zu einem beunruhigenden, aber absolut magischen Ausflug im dritten Album „Black Friday“.

 

Die neue Platte beginnt mit „Company“, einem verzerrten, langsam abbrennenden Song, der uns nicht gerade mit offenen Armen begrüßt, uns aber einen guten Überblick über Kempner’s mentalen Zustand gibt. Der herausragende Track „Aaron“ findet seine Anmut in der Balance zwischen Direktheit und Ausweichen, passend zum Thema. Aaron ist eine Figur, die ihre Partnerin repräsentiert, die gerade einen geschlechtsspezifischen Wandel durchläuft. Der Song zeigt auf brillante Weise wie versucht wird, Raum für einen geliebten Menschen zu schaffen, der knietief in einer Erfahrung steckt, mit der Kempner sich nicht vollständig identifizieren kann: “Your mother wanted to name you Aaron / But her body built you as a different man.”

Während des gesamten Albums, das von Kempner und Gabe Wax gemeinsam produziert wurde, sind die Emotionen, die die Frontfrau beschreibt meist alltäglicher Natur, doch mit ihrer konfessionellen, atemlosen Stimme und dem sanften, aber muskulösen Klang des Trios – ergänzt von Bassist Larz Brogan und Schlagzeuger Jesse Weiss – fangen sie eine sehr spezifische Erfahrung ein – jung, ängstlich, anders zu sein und gleichzeitig verliebt und wütend auf die Welt. „Black Friday“ bietet in erster Linie ein furchtloses und ungezügeltes Songwriting und sendet eine Botschaft an alle, die sich ihrer wahren Gefühle schämen. Sie sind letztlich nichts als Menschen, die genauso liebenswert sind wie jeder andere sonst auch.