We Were Promised Jetpacks. – These Four Walls

Ja der Jetpack ist, auch Raketenrucksack genannt, bis heute ein Fortbewegungsmittel der futuristischen Art. Basierend auf dem Rückstoßprinzip fand es dafür umso mehr Verwendung in Kinofilmen, 1965 bei James Bond und auch bei den Simpsons musste das Teil bereits herhalten. We Were Promised Jetpacks verteilen zwar nichts dergleichen, aber bei einem Ihrer ersten Auftritte wurde sogleich ‚ I gonna A Be My Girl ‚ von den Jets gecovert. Naja das ist immerhin ein Anfang.

Auf der Platte ‚ These Four Walls ‚ ist der Song nicht mehr dabei, dafür reichlich gestreute Motivation und Melancholie, omnipräsente Einlagen von Sänger Adam Thomson verlieren sich zwischen Post-Punk-Hymnen und schrammelnde Gitarren im Hintergrund. Doch zeigen die Lyrics zu jeder Zeit das kochende Herzblut, wenngleich es manchmal sympathisch stupide Sätze aus dem großen Weißheitentopf hagelt: „This is my house, this is my home“ oder auch „Ships with holes will sink“ sind nur einige dieser Beispiele. Aber es ist überhaupt nicht weiter störend, ganz im Gegenteil sind diese einfachen Strophen der sichere Halt auf einer sonst seht tückischen See.

Der Sound schwabbt  wie meterhohe Wellen auf uns zu, zieht uns immer ein Stückchen weiter vom rettenden Ufer fort, hinterlässt meist gebrochene und schaurige Klang-Landschaften und zelebriert diese im vorletzten Track ‚ Keeping Warm ‚, das scheinbar alle vorangegangen Songs wie einen nassen Schwamm in sich aufgesogen hat. Bei der ganzen Hysterie kann man fast vergessen, dass We Were Promised Jetpacks von der Insel stammen. Besser gesagt aus dem tristen Edinburgh, Schottland. Zum Glück tut dies dem Sound keinen negativen Abbruch, frisch und stets im rasanten Tempo verschafft sich das Quartett nur selten Ihre wohlverdienten Verschnaufpausen.

Insgesamt machen We Were Promised Jetpacks schon seit über vier Jahren gemeinsame Musik und lernten sich davor natürlich allesamt auf einer Schule in Edinburgh kennen. Ihre Karriere begann damals nach dem Sieg bei dem Wettbewerb „Battle of the Bands“ und fand Ihren Höhepunkt nach der gemeinsamen Tour mit den Frightened Rabbit´s – denn getanzt werden soll schließlich auch ein bisschen. Nun sind sie bei FatCat Records unter Vertrag und der helfende Mann an Ihrer Seite war Produzent Peter Katis. Herausgekommen ist eine fabelhafte Platte, die leichtfüßig traditionelle Songstrukturen in jeder Hinsicht lauter, wilder, heftiger, melodischer und effektreicher ausfallen lassen, also viele englische Bands vor Ihnen.

Da interessieren auch die hämischen Vergleiche mit den lyrischen Großtaten der Kooks nicht mal am Rande, wenn zurückhaltende Songs wie das heranpirschende ‚ It’s Thunder And It’s Lightning ‚, unheilvoll in vernuscheltem Dialekt den Handzahmen miemt und nur Sekunden später in tausend kleine Splitter zerberstet, während die Schlagzeugsalven und Stakkato-Riffs wüst auf einen herum prügeln. Überhaupt sind diese Krachinfernos gegen Ende fast schon zum Markenzeichen der Band geworden und sind zudem eine tragende Instanz, wenngleich uns die Band nach den Schlussklängen zu ‚ An Almighty Thud ‚ das genaue Gegenteil beweisen will. Zu spät befinden wir, zu genial ist einfach die gesamte Platte ‚ These Four Walls ‚ geworden – um am Ende noch glaubwürdig Ihre Selbstzweifel zu verteilen.