OUR GIRL The Good Kind
Dies ist keine Musik, die sich ihrer selbst nicht sicher ist; stattdessen ist THE GOOD KIND von OUR GIRL glücklich, nach seinen eigenen Vorstellungen zu existieren.
Mit seinen warmen Gitarren und zarten Harmonien mag es nicht so aussehen, aber „The Good Kind“ von Our Girl ist seltsam gewagt. Dies ist eines dieser altmodischen Alben, die man am besten durch aufmerksames Zuhören versteht, wobei seine vielen reichen Hooks und lyrischen Finten mit der Zeit in den Fokus rücken. In diesem Zeitalter der streamingoptimierten Grab-and-go-Plattenproduktion ist es ein bisschen wie das regenbogenfarbige Einhorn. Das Indie-Trio, bestehend aus Sängerin und Gitarristin Soph Nathan (The Big Moon), Schlagzeugerin Lauren Wilson und Bassist Joshua Tyler, hat auf ihrem 2018 erschienenen Debütalbum „Stranger Today“ gezeigt, dass sie eine Macht sind, mit der man rechnen muss.
Während Soph Nathan in der Zwischenzeit mit The Big Moon zusammenarbeitete, hat sich die Gruppe zusammengefunden, um ihr Nachfolgealbum „The Good Kind“ zu veröffentlichen. Erfüllt es die Erwartungen? Ein klares Ja. Das Album wurde vom Alt-Rock-Titan John Parish (PJ Harvey, Sparklehouse) zusammen mit Nathan’s Big Moon-Bandkollegin Fern Ford und Nathan selbst produziert. Ein weiteres wiederkehrendes bestimmendes Element der Band sind die doppelt aufgenommenen Gesänge, die in Einklang und Harmonie ein- und ausblenden, wodurch Our Girl fast in die Gesellschaft von Doppel-Lead-Acts wie Lucius und Overcoats gestellt werden, insbesondere hier, wo der Gesang immer kristallklar ist.
Sie beginnen das Album mit „It’ll Be Fine“, einer nachdenklichen, positiven Bestätigung im mittleren Tempo, die von einfachem Bass und Schlagzeug, einem wehmütigen melodischen Gitarrenmotiv und dämpfenden Streichern unterstützt wird („I will do my best again/To help you feel well“). Ein aggressiverer, strukturierterer Gitarrenangriff wird dann von „Who Do You Love“ eingeleitet, aber das Gefühl von Kampf und Ausdauer des eröffnenden Tracks bleibt bestehen. Ein Song wie „Something About Me Being a Woman“, eine weitere relativ warme, mittelschnelle Betrachtung, fasst seinen Konflikt im Titel zusammen, bevor er sich fragt: „But if she were a man, would you still have done it?/And if I was straight, would you still have said it?“
An anderer Stelle setzt sich das unheimliche „Unlike Anything“ mit seinen bohrenden Gitarreneinwürfen mit Schlaf und Fehldiagnosen auseinander, „Relief“ schätzt die zuverlässigen Menschen im Leben und das schwungvolle „Something Exciting“ fängt mit dem spritzigsten Schwung der Titelliste Sehnsucht ein. Es endet mit „Absences“, einem Track, der das Gefühl der Geschichten zusammenbringt, die während dieser Reise erzählt wurden. Es ist eine ruhigere, entspanntere Stimmung zu hören, die die Erfahrungen seit der Veröffentlichung von „Stranger Today“ dokumentiert und diesen Sound in eine neue Idee davon verwandelt, wie Shoegaze klingen sollte.
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