Oneohtrix Point Never – Age Of

Oneotrix Point Never’s achtes Album ist kein Konzeptalbum, obwohl es sich mit dem Aufstieg und Fall der Menschheit auseinandersetzt, einer gleichnishaften Geschichte des französischen Schriftstellers François Rabelais, die sich mit der Verschwörung über allwissende KI und Aliens beschäftigt, die so dumm sein wollen wie Menschen. Musikalisch beginnt „Age Of“ mit einem barock klingenden Cembalo, das von Synths umhüllt wird und zu einem störanfälligen Stück Electronica mutiert. Für mich zugleich einer der besten Songs des neuen Albums.

Während „Age Of“ ebenso mit einer Reihe von überzeugenden androiden Country-Songs daherkommt, wie „Babylon“ oder „Black Snow“, mit denen er neue Wege beschreitet, taucht überall der typische OPN-Sound auf. Einige von ihnen nähern sich sogar dem Pop. Und das macht Sinn. Lopatin ist derzeit einer der bekanntesten elektronischen Künstler der Welt, sein attraktives Crossover ist besonders bemerkenswert für jemanden, der Musik so schwindelerregend und dekonstruiert wie seine eigene gestaltet.

Die abgründigsten Momente gruppieren sich um den Beginn der zweiten Hälfte des Albums, mit „Warning“ beispielsweise, dass schrille Tonlagen durchbricht, während „We’ll Take It“ wie eine schwere Maschine klingt und „RayCats“ sich mit dem exquisiten Sounddesign langsam zu einer intelligenten und harmonischen Komposition entwickelt. „Last Known Image Of A Song“ ist dann noch das zerebrale Finale mit Kontrabass und Flöte. Es ist die Fülle von exquisit barocken Momenten, die multidimensionale Spalten erforschen und „Age Of“ zu Lopatin’s ehrgeizigsten Album werden lassen.

Es gibt eine außergewöhnliche klangliche Tiefe und diejenigen, die verwirrt waren, als er in die industrielle Welten in „Garden of Delete“ eintauchte, werden nun mit den Streifzügen in die Mainstream-Popkultur eine verwirrende Kontinuität bemerken.

8.0