Nice Nice – Extra Wow

Induktive Denkprozesse werden eingeleitet, die Vorstellungen einer unbeschwerten Interpretation verschwinden und Abstraktionen erscheinen in immer neuen Varianten vor unserem geistigen Auge. Wahrnehmungen torkeln durch physikalische Reize, kitzeln unsere Sinne und man könnte schlussendlich den Schluss ziehen, durch bewusste Aufmerksamkeit die Gerichtetheit und Schärfe zu steigern. Doch Nice Nice wissen was getan werden muss, um Erlebnisse dieser Art bereits in Ihrer Entstehung vertrocknen zu lassen. Und so kämpfen wir uns durch endlose Wirrungen und nervenreibende Rätsel in einem Labyrinth ohne Ausgang. Wann einem dieser Gedanke das erste Mal in pochenden Schmerzen durch den Kopf schießt bleibt Intuition. Aber auch ohne logische Schlussfolgerungen darf behauptet werden, das spätestens nach dem ersten Stück die Gedankenwege identisch sein dürften. ‚ Set And Setting ‚ stürzt skrupelos den ahnungslosen Hörer in die Fänge tausendarmiger Bestien mit dem unweigerlichen Verlangen nach wohlriechendem Fleisch. Es ist Fluch und Antrieb zugleich. Hungrige Trommeln lechzen in ‚ On And On ‚ nach uns, peitschen mit einer unglaublichen Lärmkulisse auf schweißgetränkte Rücken und lachen in ‚ Everything Falling Apart ‚ über schmerzverzerrte Gesichter. Ein Weg ohne Ende erwartet uns, ein Weg der sich durch spiralförmige Landschaften windet, Realität und Einbildung verschmelzen lässt, während verstümmelte Reste einstiger Lebewesen in bunten Farben den Wegesrand schmücken. Ja in den Strukturen von Nice Nice gehört dieser Abschnitt zu den Sehenswürdigkeiten und dementsprechend fröhlich und ausgelassen ertönen die Klänge zu ‚ Big Bounce ‚ in vier Minuten Spielzeit. Über uns schweben musikalische Auslagerungen von Acid Rock, Tribal Percussion, futuristische Elektronik-Spielereien und eine großzügige Hand voller exentrischer Geräusche. ‚ Extra Wow ‚ hat den Hauch eines improvisierten Werkes, jedoch geben uns die beiden Musiker Buehler und Shirazi weit mehr, als nur zusammengemeiselte Songstücke auf den Weg. Hier vereinen sich Anspruch, Individualität und Technik auf höchstem Niveau und lassen den Hörer mit dem Kampf der Superhelden in Erstaunen nach oben blicken. Doch auch die Eingängigkeit kommt bei Nice Nice nicht zu kurz und versetzt in ‚ A Vibration ‚ unsere Köpfe in angenehme Schwingungen. Da bleibt einem am Ende nur noch eines zu sagen: Nice Nice…diese dreizehn Stücke, festgehalten im Labyrinth der Täuschung und des Wahnsinns.