Mourn – Sorpresa Familia

Das eröffnende Stück „Barcelona City Tour“ bietet eine hämmernde Rhythmusgruppe und eng gegliederte Gitarren und steckt voller Energie. Auch textlich vermitteln uns Mourn zahlreiche Bilder – Ausbeutung, falsche Freunde, der Groll, als Marionetten benutzt zu werden – alles unglaublich eindringlich vorgetragen, manifestieren die Spanier den Schmerz und das Leiden auch in unsere Körper.

Die Tatsache, dass diese jungen Leute ein ganzes Album geschrieben haben, in dem jeder einzelne Song diese Themen berührt, ist ein großer Tritt in den Schritt für jeden, der ihnen und allen anderen jemals Unrecht getan hat. Sie haben eine schmerzhafte und unglaublich demoralisierende Erfahrung gemacht und ein daraus ein Album geformt, auf das sie stolz sein können.

„Skeleton“ ist eine wunderbare Kakophonie aus verspielten Geräuschen. Die vier Bandmitglieder drängen in alle Richtungen nach außen, verfolgen aber dennoch eine gemeinsame Linie. „Strange Ones“ stellt viele Fragen, während die Gitarren weit und breit nach einer Antwort suchen. „Fun at the Geysers“ ist ein eingängiger, baufälliger Rock und „Candle Man“ ein plötzlicher Ausflug in die Schönheit einer gezupften Gitarre, dazu hören wir eine absolut liebliche Stimme und feinfühlige Percussions. Jede Melodie hat ihre eigene melodische, rhythmische und fundamentale Idee, auf der sie getragen und die unerbittliche Botschaft zu uns trägt. Die Schwestern Jazz und Leia Rodríguez, Carla Perez und Antonio Postius arbeiten perfekt zusammen und jeder von ihnen trägt zu jedem Song eine spannende und entscheidende Komponente bei.

„Sorpresa Familia“ macht keinen Fehler und hat als dritte Veröffentlichung die jugendlichen Neigungen nicht verloren. Sie kanalisieren immer noch die gleichen jugendlichen Emotionen, die ihre besten Arbeiten krönten und vermengen diese nun mit der Erfahrung und der Überzeugung der Gegenwart.

8.3