Buke And Gase – General Dome

So muss sich eigenständige Handwerkskunst lesen: „All songs improvised, organized, written, discoussed, performed, discarded, recorded and produced by Buke And Gase.“ Aron Sanchez und Arone Dyer aus Brooklyn zerlegen auf Ihrer neuen Platte ‚ General Dome ‚ erneut Ihre asymmetrischen, abstoßenden und modifizierten Indie-Rock-Kreaturen in kratzende Gitarren, süße Gesangslinien und widersprüchliche Auseinandersetzungen zwischen Gewalt und kryptischen Verschlüsselungen, die sich bereits im Artwork deutlich widerspiegeln. Verstehe doch einer Buke And Gase. Zumindest gaben Sie im Vorfeld ein paar aufschlussreiche Worte über dieses kryptische Artwork ab: „Arone got inspired by a Sol LeWitt exhibit at dia beacon, and we started brainstorming about coded imagery. We decided to build a system of images that would dictate the direction of the artwork which lead us to creating a new alphabet we could write with.“ Bevor wir nun diese Geschichte weiter vertiefen, ein paar erklärende Worte über die neue Musik von Buke And Gase. Als, „a crest of weight chest dense with general doom/ I awoke to find this as my vital sense“, beschreibt es Arone Dyer im gleichnamigen Titelstück und schiebt den Hörer zugleich über die gezackten Kanten der zermürbenden Gitarre. Aber was ist das? Neulinge werden es im verstörenden Reich der Beiden schwer haben. Denn klassische Instrumente bilden zwar dominante, aber dennoch musikalische Randerscheinungen, einer ansonsten sehr experimentellen Platte. Buke And Gase wandeln stets in neuen und unerforschten Gebieten herum, basteln sich Ihre Instrumente selbst und besonders Aron hat während den letzten Monaten eine Vielzahl an neuen Gitarren-Pedalen in seiner immer anhaltenden Jagd nach dem „perfekten“ Gase-Sound gesammelt und diese auf ‚ General Dome ‚ in mühevoller Kleinarbeit in die abwechslungsreichen und außergewöhnlichen Strukturen eingeflochten. Als Grundlage dient dabei in jedem Ihrer Songs eine elektronische Schiene zwischen Prog-Rock und den kalten metallischen Konturen des Post-Punk. Ein unbeugsames ‚ Hard Times ‚ und aufgetürmte Riffs in ‚ Hiccup ‚ und ‚ In the Company of Fish ‚ lassen die neue Platte inmitten des einstürzenden Chaos seltsam prachtvoll erscheinen. Es muss am zwitschernden und agilen Gesang liegen, dass Buke And Gase nach dem Sturz des rießigen Wolkenkratzern mit Namen ‚ Split Like a Lip, No Blood on the Beard ‚ nicht die Übersicht verlieren. Die Stimme aus der Dunkelheit und zugleich das Ziel in die süße Freiheit. Vieles auf ‚ General Dome ‚ besticht durch mulmige und abrasive Ideen – getragen durch melodische Sensibilität und schäumenden Ehrgeiz. Aber letztlich muss natürlich noch das Rätsel um das selbst entwickelte Alphabet aufgeklärt werden: „…a graphical alphabet that the artwork is made of, the code of which will be available on our website once it’s released. There are more coded images like this throughout the packaging.“ Dann wünsche ich damit viel Vernügen und holt euch dazu diese Platte. Empfehlenswert.

7.6