Metz – Metz

Auf dem gleichnamigen Debüt von Metz kracht es ordentlich im dunklen Unterholz. ‚ Headache ‚ ist lärmende Punk-Musik mit Niveau. Sie schneidet sich durch die dicken Bretter wie ein stumpfes Messer durch die ranzige Butter. Beide Seiten haben nichts mehr zu verlieren, die aufgedrehte Lautstärke hämmert uns dabei die Rhythmen durch die Schädeldecke und bis man kapiert hat worum es hier eigentlich geht – ist der erste Track auch schon wieder vorbei. Nur eines ist jetzt klar: Das Trio bestehend aus Alex Edkins, Hayden Menzies und Chris Slorach hat sich auf verdammt laute und brachiale Musik spezialisiert. Dementsprechend ist auch das zweite Stück ‚ Get Off ‚ nichts für Anhänger von Gruppen, die mindestens aus 12 Mitgliedern bestehen müssen um zu gefallen. Metz stammen aus Kanada (Hinweis genug?) und kehren dorthin zurück, wo gute, lärmende und ekstatische Zeitbomben einem noch direkt den Kopf wegsprengen. ‚ Sad Pricks ‚ und ‚ Rats ‚ offenbaren eine praktische Aufzählung der düsteren und lyrischen Anliegen des wütenden Sängers Edkins, der auf seiner Reise durch die elf Stücke blutige Gleichgesinnte zu suchen scheint. Es ist schlussendlich eine heftige Kakophonie zwischen dynamischen Verschiebungen, verschleppenden Gitarren-Riffs und Wahnsinnigkeit. Einzig und alleine ‚ Knife In The Water ‚ ist so ein dermaßen selbstzerstörerischer Überraschungsangriff – man hat nicht die geringste Chance den eigenen Selbstschutz zu aktivieren. Man wird haltlos überrumpelt, auf den Boden geworfen und mit gigantischen Gitarren-Riffs zugeschüttet. Da liegt man also, es erklingt dazu das kurze ‚ Nausea ‚ und mit ‚ Wet Blanket ‚ werden wir schon wieder aus dem Dreck gezogen, nur um anschließend die selbe schmerzhafte Prozedur erneut zu durchleben. Eine inhärente Hässlichkeit übertönt plötzlich die schreienden Gesänge von Edkins, denn verstümmelte Klavier-Armaturen und ein zerfressenes Tamburin durchbohren unseren durchgeschüttelten Körper und kippen die Innereien in das verfaulte Unterholz. Da gehen sie dahin, die glühenden und freudigen Erinnerungen vergangener Tage. Einzig das ausgeschüttete Adrenalin hält uns irgendwie am Leben und ich habe keine Ahnung, ob ‚ –))– ‚ überhaupt in der realen Welt existiert, oder ob diese seltsamen Zeichen nicht nur meine letzte menschliche Einbildung vor dem endgültigen dahinscheiden war, aber verdammt nochmal – dieses Album war alle Qualen wert.