Lower Dens – Twin Hand Movement

Diese Entscheidung wird Ihre finanziellen Spuren hinterlassen. Aber das meine ich durchaus im positiven Sinn. Denn wie viele andere auch, hörte ich von Lower Dens zum ersten Mal im diesjährigen April, als dort Ihr zweites Album ‚ Nootropics ‚ veröffentlicht wurde. Doch die Ursprünge sind eigentlich im Jahr 2010 zu suchen, denn damals erschien Ihr Debüt ‚ Twin Hand Movement ‚ und darin bewiesen Jana Hunter und ihre Band, dass sie atmosphärische, düstere Songs zwischen Pop, Shoegaze und Drones schreiben können. Hört man sich nun die beiden Platten hintereinander an, erkennt man die konsequente Weiterführung und Entfaltung ihres Sounds. Deshalb macht es an dieser Stelle auch überhaupt nichts, wenn der ein oder andere zum ersten Mal von Lower Dens etwas vor die Augen bekommt. Beginnt eure Reise mit ‚ Twin Hand Movement ‚ und lasst euch in diese zauberhafte Welt aus E-Gitarre, Bass und Schlagzeug entführen. Es klingt unspektakulär? Dann lasst euch überraschen. Die Mischung aus Rhythmus und Verständnis für verträumte Rock-Musik klang niemals besser als auf diesem Debüt. Jetzt die kurze Rückführung: und deshalb veröffentlicht Ribbon Music nach dem gefeierten Album ‚ Nootropics ‚ diese Platte als Re-Issue und hat sich damit ohne Zweifel richtig entschieden. Man nehme als erstes das zweite Stück ‚ Tea Lights ‚ und bestaune das zarte und instinktive Zusammenspiel der Mitglieder – wie eine nebulöse Partnerschaft, funkelnd und flimmernd erschließt sich plötzlich um uns ein geladener Spannungsbogen. ‚ A Dog’s Dick ‚ spielt mit langgezogenen Gitarren, verschwimmenden Gesängen und einem anschmachtenden Mittelteil. In ‚ Holy Water ‚ legen uns erneut die kreischenden und jammernden Gitarren Handschällen an, während ‚ I Get Nervous ‚ wieder von der verführerisch, hoffnungsvoll und erbitterten Stimme der Jana Hunter bestimmt wird. ‚ Twin Hand Movement ‚ ist auf ganzer Linie ein launisches und überraschendes Album, es durchläuft langsame Veränderungen, wie im Stück ‚ As Tears Go By ‚, ebenso wie glitzernde Ausrufe überlagernder Instrumente, deren aufwendige Arpeggios und gurgelnden Antworten einen gegen den mürrischen Downbeat-Felsen krachen lassen. Mit ‚ Two Cocks ‚ folgt dann ein pulsierender Schlussakt, der mit ungeheuerlichem Antrieb einem starken und selbstbewussten Finale entgegen eilt. Die spröden Unsicherheiten aus den ersten Minuten liegen nun endlich weit weit hinter uns…