LES SAVY FAV Oui, LSF
Vieles hat sich verändert, seit die legendären New Yorker Post-Punks LES SAVY FAV 2010 ihr letztes Album Root for Ruin herausgebracht haben.
Der Eröffnungstrack dieses sechsten Albums von Les Savy Fav klingt wie ein Schlachtruf, mit einer Synthesizerlinie, die durchgehend wie eine Sirene kreischt. Schnell wünscht man sich, es hätte nicht über ein Jahrzehnt gedauert, bis man dieses aufrührerische Gefühl der Dringlichkeit erkannt hätte. Die fünfköpfige Band aus NYC gehört zu den durchweg lautesten Live-Auftritten in der modernen Geschichte des Indie-Rock, was manchmal in den Schatten stellt, wie kompliziert, melodisch und unaufhörlich abenteuerlich ihre aufgenommenen Werke sein können. Ihre Alben platzen immer aus allen Nähten vor kreativer Energie, als hätten sie mehr Ideen als Orte, an denen sie sie unterbringen könnten; Im Laufe der Jahre ging es nicht nur darum, ob sie zurückkehren würden, sondern auch darum, ob ein solch wilder Funke jemals wieder richtig entfacht werden könnte. Die gute Nachricht ist, dass „OUI, LSF“ der Sound einer völlig neu aufgeladenen Band ist.
Die Songs basieren immer noch auf den kristallinen Gitarren von Seth Jabour und Andrew Reuland, die an Keith Levene erinnern, aber es ist etwas mehr Zurückhaltung im Spiel. Harrington’s Texte balancieren die alltägliche Verzweiflung („You used to love me/ Now you just don’t mind me“) mit einigen der ausgefalleneren Bilder früherer Platten („Loving you’s like getting fucked by a cat“). Stücke wie „Void Moon“ und „Barbs“ treffen auf jeden Fall ins Schwarze, auch wenn sich die blutleere Ballade „Don’t Mind Me“ wie ein Fehltritt anfühlt. Les Savy Fav haben sich ihren Ruf mit lauten, energiegeladenen Tracks aufgebaut, und sie liefern ihren gerechten Anteil auf „OUI LSF“. „Legendary Tippers“ ist eine Anspielung auf LL Cool J und voller Harrington’s charakteristischem prahlerischen Witz.
“OI! Division” ist ein weiterer klassischer Les Savy Fav-Track, der durch die Zeilen pflügt, während Harrington wiederholt: „Ninety-nine tears, one vicious lover” und “You have to network if you want to get work.” Solche Einzeiler gehören zu seinem Repertoire, schon seit „Who Rocks the Party?“ auf „The Cat and the Cobra“. Für sich genommen ist „OUI, LSF“ mutig und einnehmend – es ist nur nicht so mutig und einnehmend wie einige ihrer früheren Platten.
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