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LADI6 Automatic

2013

Manchmal passiert es ganz unmerklich: Du hörst einen Song und etwas verändert sich. Kein großes Tamtam, kein Knall – nur ein tiefes Vibrieren in der Brust. So wirkt AUTOMATIC, das dritte Studioalbum von LADI6.

Es ist weniger ein Album, mehr ein Zustand. Einer, der sich langsam in dein Innerstes schleicht – mit Beats, die nicht einfach grooven, sondern atmen. Mit einer Stimme, die nicht nur singt, sondern trägt, zieht, und manchmal auch heilt. Das Cover zeigt ein stilisiertes Herz – geometrisch, leuchtend türkis, fast digital. Und doch ist es ein menschliches Symbol, ein Zentrum, ein Taktgeber. Wie der Sound selbst: kantig und klar strukturiert, aber immer mit einem organischen Puls. Dieses Album fühlt sich an wie ein Herz aus Soul in einem Körper aus Beats. Nach dem introspektiven „The Liberation Of…” wagt sich Ladi6 mit „Automatic“ weiter vor. 

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Produziert von ihrem langjährigen musikalischen Partner Parks, entstanden die Aufnahmen in Detroit, im legendären Studio des Grammy-prämierten Produzenten Waajeed (Slum Village, Dwele). Und diese Entscheidung war Gold wert. Denn die Klangästhetik der Stadt – roh, pulsierend, technisch – verschmilzt mit Ladi6’s neuseeländischer Seele zu einem einzigartigen Vibe. Der eröffnende Track “Ikarus” steigt wie sein mythologisches Vorbild in luftige Höhen, doch Ladi6 fliegt nie zu nah an die Sonne. Sie bleibt reflektiert, wach – der Song schwebt auf einer abstrakten Synth-Melodie, während der Beat torkelt, als wolle er sich befreien. Es ist der perfekte Auftakt für ein Album, das sich viel traut.

“Shine On” ist einer der emotionalsten Momente des Albums. Ein moderner Soulsong, der sich nicht in Pathos verliert, sondern in innerer Stärke leuchtet. Der Song ist Empowerment ohne Parole, Wärme ohne Kitsch. Die Zusammenarbeit mit Julien Dyne, Brandon Haru und Parks sorgt für eine Klanglandschaft, die tief verwurzelt ist im Hip-Hop, aber nie in der Vergangenheit stecken bleibt. Viele Beats erinnern an J Dilla – nicht im Sinne bloßer Imitation, sondern als Haltung: diese „drunken rhythms“, die sich der Perfektion verweigern und gerade dadurch menschlich wirken.

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Tracks wie “Burn With Me” oder “People Talking” bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Neo-Soul, Dub-Ästhetik und elektronischem Minimalismus. Es ist Musik, die sich nicht anbiedert, sondern fordert. Und gleichzeitig nie den Groove verliert. Was „Automatic“ vor allem zeigt: Ladi6 ist keine Sängerin im klassischen Sinn, sie ist eine Geschichtenerzählerin mit Soul als Sprache. Ihre Lyrics wirken manchmal fast fragmentarisch, fast flüsternd – und doch bleibt jede Zeile hängen. Es geht nicht um Lautstärke. Es geht um Resonanz.

„Automatic“ ist kein lautes Album – aber ein klares. Kein Mainstreamprodukt, sondern eine konsequente Weiterentwicklung einer Künstlerin, die Soul aus einem anderen Winkel betrachtet. Urban, global, tief. Es ist ein Album für die, die zuhören wollen. Für die, die Soul nicht in Genre-Schubladen pressen, sondern in Schwingungen fühlen. Wer einmal in dieses Herz hineingehört hat, weiß: „Automatic“ ist alles – nur nicht automatisch.

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79
symbol
2013
Automatic
RU-0153-PE

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

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