Juliana Hatfield – Juliana Hatfield sings The Police

Cover-Projekte können eine heikle Angelegenheit sein. Für etablierte Künstler könnte dies ein Zeichen für einen kreativen Bankrott oder einfach nur Faulheit sein. Oft ist es aber einfach nur ein Liebesbrief von Künstler zu Künstler. Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Tributalbum besteht darin, die Songs in ein neues Licht zu rücken und dabei dem Geist des Originals treu zu bleiben. Hier hat es Weezer auf ihrem Cover-Album „The Teal Album“ so schmerzlich verkehrt gemacht und Lieder nachgesungen, die die ganze Welt auswendig kennt. Das war kein Cover-Album, das war Karaoke. Juliana Hatfield versteht es dagegen, ein gutes Cover-Album zu machen. Im vergangenen Jahr wurde ihr Tributalbum „Olivia Newton-John“ mehrfach ausgezeichnet. 

Obwohl sie nicht zu weit von den ursprünglichen Arrangements entfernt war, half sie dabei, das Repertoire einer Künstlerin zu beleuchten, das trotz einer Reihe erfolgreicher Singles weitgehend unterschätzt geblieben ist. Mit ihrem neuesten Cover-Album „Juliana Hatfield Sings the Police“ setzt sich Hatfield mit einem völlig anderen Künstlertyp auseinander und übertrifft das Newton-John-Projekt, indem sie die Songs auf oft auffällige Weise neu arrangiert. Das Interessante an der Songauswahl ist, dass Hatfield nicht nur verhältnismäßig Unbekanntes oder B-Seiten covert – sicher, es gibt viele davon – aber sie ging auch über „Roxanne“, „Every Breath You Take“ und andere beliebte Singles. 

Es sieht so aus, als ob die einzige Voraussetzung für die Erstellung der Tracklist darin bestand, dass sie den Song mag. Viele der Songs haben einen ungewöhnlichen, neuen Wellenglanz, der der Band eine Art Tribut zollt. The Police ist aus dem Punk-Zeitalter herausgekommen, hat aber ihren Sound durch die kombinierte Liebe zu exotischeren Stilen wie Jazz und Reggae gestärkt. Hatfield nimmt die Songs und bringt sie zurück zu den einfacheren, emotionaleren Punk- / New-Wave-Sounds der Kollegen von Police. Es ist fast so, als hätte sich der Kreis nun geschlossen. Alles auf dem Coveralbum klingt frisch und lebendig und fühlt sich herrlich wie Punk inspirierter Pop an.