Of Monsters And Men – My Head Is An Animal

Wer möchte gerne nachts am Lagerfeuer oder im Bett kurz vor dem Einschlafen noch eine schaurige Gruselgeschichte über Spuk und Monster erzählen? Vielleicht würden es Of Monsters And Men selbst übernehmen, wäre da nicht dieser Sympathiefaktor im Weg. Eine Egenschaft die sich mit dem Bandnamen schneidet. Noch dazu ist auch Ihr Album alles andere als gruselig, vielmehr ist ein bezauberndes Folk-Pop-Debütalbum geworden. Nanna Bryndís Hilmarsdóttir, Ragnar „Raggi“ Þórhallsson, Brynjar Leifsson, Kristján Páll Kristjánsson, Árni Guðjónsson und Arnar Rósenkranz Hilmarsson sind sechs Isländer die im Jahr 2010 einen nationalen Bandwettbewerb gewannen: „Irgendwie ist es passiert und wir haben halt gewonnen“, erinnert sich Sängerin und Gitarristin Nanna: „Wir hatten es weder erwartet, noch hatten wir irgendwelche Feierlichkeiten geplant. Also habe ich anschließend alle zu mir nach Hause eingeladen und meine Nachbarn damit ganz schön verärgert.“ Aber wie auch immer, nun erscheint ‚ My Head Is An Animal ‚ und bereits das Eröffnungsstück ‚ Dirty Paws ‚ ist ungeheuerlich aufbauend und fröhlich. Mit den Chören erinnert es zuweilen an Arcade Fire, wenngleich bei Of Monsters And Men wesentlich mehr an Orchestrierungen geboten wird. Ebenso ist das Sextett aus Island stürmischer, energischer und zielgerichteter. Und mit dieser aufgezogenen Energie schraubt sich die Band bis zum dritten Stück ‚ Mountain Sound ‚ in schwindelerregende Höhen voller Euphorie und mitsingenden Textzeilen. Erst bei ‚ Slow And Steady ‚ glätten sich die erhitzten Wogen und schwimmende Schichten bewegen sich über ungerade Refrains: „“I move slow and steady, but I feel like a waterfall.” Es tut wahrlich gut, diese kleine erfrischende Pause. Denn Of Monsters And Men bewegen sich nahe den lyrischen Klischees und auch die donnernden Wände an Arrangements dürften größer nicht mehr sein. Es fühlt sich bis hierhin wie ein komplettes Album an, dabei erklingt mit ‚ Little Talks ‚ erst die sechste Nummer. Diese handelt von Einsamkeit und dem dazugehörigen Wahnsinn, während ‚ Love Love Love ‚ sich dem Herzschmerz widmet. Aber wie bereits geschrieben, die Texte sind keine Stützpfeiler. „Unsere Musik soll Spaß machen, man soll mitsingen können und sich an ihr erfreuen.“ Keine Diskussion, der Auftrag wurde mit einer hinreißenden Einsatzbereitschaft erfüllt. Schlussendlich steckt die isländischen Exotik mit der ungehemmten Energie Ihre Hörerschaft auf sehr charmante Art und Weise an. Besonders erwähnenswert wäre das wunderschöne Stück ‚ Six Weeks ‚, in dem die Instrumente auf direktem Wege durch die Lüfte schweben, die Rhythmen hinter sich mitziehen und als Ergebnis einen wahnsinnigen stimmigen Song zaubern. Ein echtes Highlight auf der Platte