Hyde & Beast – Slow Down

Ist es nicht ein herrlicher Tag, dieser letzte Sonntag im September? Die Sonnenstrahlen erwärmen das frisch gemähte Gras, ein paar Wölkchen tanzen am Himmel und – Oh hört Ihr es auch?! Es ertönen glückselige Melodien aus dem Pop Album ‚ Slow Down ‚ von einer Band aus dem Norden Englands! Es sind Dave Hyde von den Futureheads und Neil Bassett von der wunderbaren Ex-Band The Golden Virgins. Die Platte definiert sich durch einen blasierenden und spielerischen Zugang, Fetzige Klavier-Linien stechen durch lockere und faule Gitarren-Licks, Falsett-Gesänge durchwandern die leicht psychedelischen Welten von Hyde & Beast. Zunächst klingen viele der Songs, als würden sie sich mit einem gewissen Zwang durch die Strophen schlängeln. Aber um dieser Ansicht längere Aufmerksamkeit zu schenken, übertreffen die wunderbaren Momente schlussendlich jeden Zweifel. Die harmonische Stimmen in ‚ If You Could Buy Me Anything ‚ ziehen die schwingenden Elemente in eine wunderschöne, psychedelisch versengte Ballade. Helium Gesänge in ‚ You Will Be Lonely ‚, „You keep on knocking but you can’t come in!“ steuern in ein feuriges Blues Solo. Man ist tatsächlich nach wenigen Minuten der Verlockung erlegen und gibt sich dem glorreichen und facettenreichen Werk der Männer aus Sunderland bedingungslos hin. ‚ All Because of You ‚ benutzt Slide-Gitarren und dichte Harmonien, welche an die besten Stücke von Lucy in the Sky With Diamonds erinnern. ‚ Lord, Send For Me ‚ ist feinster Gospel-Folk im Stil von Grizzly Bear – ergreifend gut. ‚ Trees Are Falling ‚, gefolgt von ‚ Last Chance For A Slow Dance ‚, kehren zu der schwimmenden Hypnose zurück und beliefern uns mit einer doppelten Dosis der halluzinatorischen Mischung H & B. Die Kombination der Talente von Dave Hyde, von The Futureheads, und Neil ‚Beast‘ Bassett von den ehemliagen Golden Virgins beschreibt sich wohl am Besten als „zarte psychedelische Unordnung“. H & B tränken Ihren Sound gerne in Psychedelia, wischen Sepia zwischen die Strophen und erinnern manchmal an die frühen Pink Floyd, oder an die „experimentelle“ Seite der Beatles mit der positiven Energie der kaleidoskopischen 13th Floor Elevators. Die trübe Mischung hält sich dabei bevorzugt in den späten 60er Jahren und Anfang der 70er Jahre auf. Aber es gibt noch mehr zu entdecken: In ‚ You Will Be Lonely ‚ finden sich zudem Hinweise der düstere Momente von Pavement ebenso, wie die Pop-Exzentrizitäten von The Velvet Underground. Während ‚ (And The) Pictures In The Sky ’ dem Vintage-Sound der „The Blues Are Still Blue ‚ -Ära von Belle And Sebastian ähnelt. Das Album endet auf verträumten Wellen zu den sanften Melodien von ‚ Louis‘ Lullaby ‚. Als Debüt sorgt ‚ Slow Down ‚ für viele Überraschungen, vor allem wenn man auf die übliche Instrumentierung blickt, auch weil das Duo hinter Hyde & Beast im wahren Leben „nur“ zwei Schlagzeuger sind.