Das Debüt von HINAKO OMORI vereint therapeutische Frequenzen, innere Heilung und natürliche Landschaften in einer immersiven Kartographie des Geistes in Ambient-Elektronik.
Seit ihrer Kindheit sammelt Hinako Omori, die in Japan geboren und in England aufgewachsen ist, Geräusche aus der Natur. Das Experimentieren mit Lärm – und dem Akt des Zuhörens selbst – schon in jungen Jahren führte dazu, dass sie Musiktechnologie an der University of Surrey studierte, bevor sie Sessionmusikerin für mehrere britische Musikerinnen wurde, darunter Georgia und Kae Tempest. In einer von Traumata geprägten Welt hat es in den letzten Jahren einen deutlichen New-Age-Wende in der Musik gegeben. Größen wie Jenny Hval, Björk und Gang Gang Dance haben therapeutische Klänge bewusst genutzt und sind dieser Ebene näher als die Ambient-Abenteurer von einst. Noch mehr gilt das für Hinako Omori.
Ihr Debütalbum „A Journey…“ entstand aus einem immersiven Projekt, das in Peter Gabriel’s Real World Studios für die Lockdown-Version des Womad-Festivals 2020 erstellt wurde, und ist von der japanischen Shinrin-Yoku-Therapie der 1980er Jahre, dem „Waldbaden“, inspiriert. Ein Waldspaziergang als Bewusstseinsübung. Hinako Omori hat als Tontechnikerin und Produzentin gearbeitet und bei „A Journey…“ viel von ihrem technischen Wissen eingesetzt, indem sie mit Dezibel und Frequenzen experimentiert hat, um das Hörerlebnis zu optimieren und uns durch Klang aktiv zu beruhigen und zu entspannen.
Schon nach wenigen Augenblicken, wenn der stimmungsvoll betitelte Eröffnungstrack „Spaceship’s Lament“ beginnt, spürt man, wie sich der Kiefer langsam öffnet und der Atem tiefer wird. Am Ende des Schlusstracks „Yearning“ ist man ganz woanders. „A Journey…“ macht seinem Titel alle Ehre und ist ein weiteres brillantes Beispiel dafür, wie reflektierend und nährend Kunst sein kann, selbst (vielleicht besonders), wenn sie aus einer Zeit des Chaos und Aufruhrs stammt.
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