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Schwarz-weißes Cover mit abstraktem, rechteckigem Muster aus horizontalen Linien.
ALBUM

Grid of Points GROUPER

2018
MSTAX ALBUMPROFIL

Wo Ruins dokumentierte, wie GROUPER in den Ruinen vergangener Leben und vergangener Beziehungen lebte, lässt dieses Album sie behutsam neue Orte erkunden – solche, die nicht durch einen Zustand des Verfalls gekennzeichnet sind. Vielleicht ist das der Grund, warum dieses Album so kurzlebig ist.

Trotz ihres langsamen Brennens hat man das Gefühl, dass sich die Platte von Ort zu Ort bewegt und leere Räume mit ihrem Geist füllt, bevor sie sich verabschiedet. „Breathing“ ist der schlüssigste Song in Grouper’s Diskografie, der zur Hälfte vom Geräusch eines vorbeifahrenden Zuges verzehrt wird, als wollte er das Ende eines bestimmten Kapitels markieren, das in den Trümmern Ihres alten Zuhauses spielt. In Anbetracht der Umstände ist es perfekt – „Grid of Points“ als wichtigen Zwischenstopp zu kristallisieren, der einen Moment verewigt und anhält. „Grid of Points“ ist noch strenger als sein Vorgänger. Mit einer unmodern kurzen Länge von 22 Minuten ist dieses Album so wenig vorhanden, wie es sich anhört. 

Harris ist eine dieser einzigartigen Songwriterinnen, die die Fähigkeit hat, den Raum zu betreten, während wir ihre Musik hören. Auf „Grid of Points“ flimmert sie jedoch in die Atmosphäre der Hörerin hinein und wieder heraus. Sie ist (vielleicht passend angesichts des eindringlichen Tons ihres Werks) zu einer gespenstischen Präsenz geworden. Ob dies ein Akt transzendenter Befreiung oder defätistischer Akzeptanz ist, mag jeder Einzelne selbst entscheiden müssen. Die sechs Songs sind alle trotzig schön und werden durch die spärlich beschwörenden Titel noch unterstrichen: nicht zuletzt die von „Birthday Song“ und „Thanksgiving Song“. 

Wenn es einen Höhepunkt gibt, ist es vielleicht der beruhigende Ton von „Driving“, obwohl die Tracks in Wahrheit ineinander übergehen, jeder dem Ganzen so hingegeben wie die entgegengesetzten Enden eines Wasserfalls. Harris verfolgt bei „Grid of Points“ einen minimalistischen Ansatz, aber sie erfüllt es mit so viel Gefühl, dass es niemals als zu gering bezeichnet werden könnte.

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Das Album anhören

Anspieltipps: Breathing, Driving, Birthday Song

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