Ghost Of Tom Joad – Black Musik

Es können nicht viele deutsche Bands von sich behaupten, als Support für Maximo Park, Rival Schools oder Simiam auf der Bühne gestanden zu haben. Das Münsteraner Post-Punk Trio Ghost Of Tom Joad allerdings schon und existiert dabei seit Februar 2006. Danach folgte mit ‚ No Sleep Until Ostkreuz ‚ das Debüt und weitere Tourneen mit Mando Diao und den Kilians. 2009 ist die letzte Platte ‚ Matterhorn ‚ erschienen und nun soll also der dritte Streich von Ghost Of Tom Joad ‚ einschlagen, die Massen verzaubern und die Besucher auf den Festivals im Sommer begeistern. Den Beginn macht das gleichnamige Titelstück mit hallenden Drums, mehrstimmigen Gesängen, aufziehenden Synthies und einer atmosphärischen Landschaft, die weitläufiger kaum sein könnte. Ja die Münsteraner haben die Riege der Nachwuchsbands definitiv verlassen und zeigen das hier sehr deutlich. ‚ My Body Is A Drum Machine ‚ spielt dagegen geschickt mit der neu gewonnen Versiertheit. Das heißt im Umkehrschluss, Ghost Of Tom Joad lassen es nicht mehr ganz so krachen wie auf dem Debüt und konzentrieren sich auf ‚ Black Musik ‚ auf eine gezügelte und deutlich synthielastigere Produktionsart, die aber auch in Ihren vielen Momenten zu Gefallen weiß. Meist dann wenn die Gitarren in den Vordergrund drängen, der Bass dezent das Sound-Volumen steigert und der Sänger uns ein Taschentuch in die Hände drückt. So zu hören unter anderem im Stück ‚ Just A Dog ‚. Treibende Hooklines finden wir in ‚ Little Fires ‚ und ein krachendes Schlagzeug in ‚ Wild Things ‚. Leider, und das fällt im weiteren Verlauf immer öfters auf, verliert sich der Sänger dann in einer zu weinerlichen Ader, die im Gewäsch der seichten Popmusik zwar Bestens hineinpasst, aber hören will das schlussendlich niemand. ‚ Snow In The Summertime ‚ hat hier nur noch wenig mit Post-Punk zu tun und spielt in erster Linie mit den verträumten Illusionen junger Mädchen und deren schlagenden Herzen nach dem ersten Kuss. Ein schöner Moment, aber unpassend für Ghost Of Tom Joad. Generell verwischt sich die Grenze zwischen melancholischer Verzückung und Kitsch auf ‚ Black Musik ‚ und lässt so nur erahnen, wohin die zukünftige Reise des Trios gehen wird. Aber auch einigen Fehltritten möchte man nicht aufhören, diese Band lieb zu haben. Denn dafür bleiben Momente wie das impulsive ‚ Midnight Marauder ‚ viel zu sehr an uns haften. Im Gesamten sind die Stärken der Münsteraner nicht verschwunden, nur wurden eben diese Stärken auf dem dritten Album nicht gebührend respektiert und scheinen im Jahr 2011 auch ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein.