Ganglians – Still Living

Es ist Sommer! Es ist schrecklich schön heiß! Und die Ganglians haben ein neues Album auf den Markt gebracht. Wieder verwandeln die Herrschaften aus Sacramento Salz in süßen Zucker und haben die kalifornische Sonne stets im Gepäck. Es herrscht Sommer-Melancholie. Ihr zweites Album ‚ Still Living ‚ erschien über Souterrain Transmissions und der Opener ‚ Drop The Act ‚ lässt zugleich aufatmen. “This is a sad, sad song. For all you sad, sad people“, verkündet Sänger, und kreativer Kern der Band, Ryan Grubbs. Die Gitarren klimpern auf den Sonnenstrahlen herum, das Schlagzeug erzeugt einen zweiten Frühling und erzählen damit eine andere Geschichte. „We don’t want to be sad“, gesteht Grubbs dann auch wenige Minuten später. Und es ist sicherlich äußerst schwer, diesen Song als traurig zu empfinden. Im Gegensatz zu vielen Möchtegern-Gruppen der Hype-Welle, die sich davor noch kräftig Waschen und poliert das vergessene Land betreten, gelingt den Ganglians durch Ehrgeiz und Ihre ehrliche Zuneigung für süße Melodien und wehmütigen Lyrics, der Sprung auf die Welle der absoluten Glaubhaftigkeit. Es besteht kein Zweifel, dass diese Band aus Sacramento es ehrlich mit uns meint. Ebenso herrlich gestalten sich die folgenden Tracks ‚ That’s What I Want ‚, ‚ Evil Weave ‚ und ‚ Sleep ‚. Vielleicht mag so manchen in diesen Minuten die Abwechslung fehlen, da man ebenso gut eine lange Schleife drehen könnte und am Ende bei der selben Stelle wieder herauskommen würde. Aber was soll’s? Bei diesen Temperaturen brauche ich zumindest keine anstrengende Musik. Aber der psychedelische Kreisverkehr bleibt uns erhalten und in ‚ Good Times ‚ singt Ryan, „I can’t find a job/what’s the use of trying at all?” und trotz der aufkeimenden Verzweiflung folgt die rasche Erkenntnis, „I’ll be having a good time/I’ll be having a wonderful, wonderful time.” Mit ‚ Jungle ‚ und ‚ California Cousins ‚ ertönen meine beiden persönlichen Highlights mit lebendigen Beats, vagen Erinnerungen an die 60er Jahre, Anmut und Leichtigkeit. Insgesamt bleibt ‚ Still Living ‚ eine klangliche Auseinandersetzung und damit wurden glücklicherweise nicht alle Aspekte ihres Repertoires aufgegeben. Natürlich fehlt der Platte in Bezug auf ‚ Monster Head Room ‚ die unabhängig, die Zufälligkeit Ihrer früheren Versionen und manchmal wirkt das Gefühl der Harmonie zu zwingend. Aber ein eigenes, ganz unabhängiges Gewicht ist vorhanden, ebenso besitzen die Ganglians weiterhin Ihren Charme – und der geht sinnigerweise direkt unter die Haut. Endlich ist der passende Soundtrack für die jetzige heiße Phase des Sommers erschienen.