Freelance Whales – Weathervanes

Da der Dezember für gewöhnlich eine veröffentlichungsarme Zeit ist, greifen wir in diesen Tagen gerne auf die letzten Erscheinungen im Monat November zurück. Und bei der Suche danach ist uns das schmucke Artwork von ‚ Weathervanes ‚ in die Hände gefallen. Es ist zugleich das Debütalbum der fünfköpfigen Indie Rock Band Freelance Whales aus Queens, New York. Die Musik darauf ist sanftmütig und nur selten spürt man die unmittelbare Anwesenheit aller fünf Bandmitglieder. Dabei sind Doris, Chuck, Judah, Jacob und Kevin Multiinstrumentalisten, spielen auf ‚ Weathervanes ‚ stets an die vier Instrumente und mehr, wenngleich wie erwähnt, der Zweck daran nur schwer zu erkennen ist. Vielmehr hätte man aus dem Debütalbum und dem vorhandenen Potential wesentlich mehr aus gestalterischer Sicht erreichen können. Die gewonnene Aufmerksamkeit und bisherige Erfolgsbilanz haben die Freelance Whales Ihrem Label Frenchkiss zu verdanken. Einem Label mit großartigen Künstlern wie Passion Pit, The Antlers, Dodos und den Local Natives. Nach ‚ Generator ^ First Floor ‚ beginnt mit dem zweiten Stück ‚ Hannah ‚ eine süssliche Übersteuerung zwischen tiefhängenden Gewölben und Begegnungen auf einer Wendeltreppe. Vieles dreht sich um die eigene Achse, verliert aber dennoch nie den Boden unter den Füßen und steuert in einen lyrischen Lauf: „Every now and again she offers me a lemon Now & Later/ Please don’t play the matchmaker/ Please don’t be a player hater/ If you dig her recent work/ You should go congratulate her.“ Doch die Such nach einer genauen Bedeutung würde nur zu Verwirrungen führen. Es ist in jedem Fall besser, die bizarre Sprache und dem sprachlichen Rätsel seine Eigenartigkeit zu lassen. Den schönsten Moment auf ‚ Weathervanes ‚ erleben wir im Song ‚ Ghosting ‚. Eine kurze Weile der Stille huscht durch unseren Körper, das Glockenspiel, die Harmonien und die zarten Saiten der Gitarre verwischen Grenzen zwischen Realität und Traum. Leider bleibt das Debüt am Ende eine unscheinbare Versickerung im Erdreich. ‚ Weathervanes ‚ ist dennoch einen Blick wert, bleibt charmant, süß und seltsam altmodisch. Die Freelance Whales werden mit dieser Platte noch nicht den umjubelnden Schrei bei den Menschen dort draussen auslösen, aber am Ende bleibt auch diese Gruppe irgendwie faszinierend. Man muss abwarten wie sich dieses Gefühl mit der zweiten Platte schlussendlich entwickeln wird.