Fang Island – Fang Island

Fang Island klingt malerisch. Es könnte der Name einer kleinen Insel inmitten des Pazifiks sein. Dort hätte man ein kleines Häuschen im Südwesten der Insel für sich, nahe dem malerischen Felsen Le Morne. Dazu eine idyllische Abgeschiedenheit, geräumige Suiten und Zimmer, ruhige Strandabschnitte und kulinarische Köstlichkeiten. Wer hätte gegen Abend nicht Lust an den nahegelegenen 18-Loch-Golfplatz zu gehen, oder eine der anderen Aktivitäten zu Wasser und an Land in Anspruch zu nehmen? Das Leben könnte man hier in vollen Zügen genießen. Aber eben genau dieses Leben spielt nunmal in der Wirklichkeit und deshalb ist Fang Island auch keine Insel, sondern eine amerikanische Math Rock Band aus Providence, Rhode Island. Die Mitglieder heißen Jason Bartell, Chris Georges, Michael Jacober, Nicholas Andrew Sadler und Marc St. Sauveur. Sie selbst beschrieben Ihre Musik einmal als, „“everyone high-fiving everyone”, und als Außenstehender ist man sich nicht unlängst der Tatsache bewusst, das die Zuverlässigkeit auf die Bewertung eigener Musik, nicht unbedingt sehr objektiv sein muss. Und trotzdem zeigen uns Fang Island bereits mit Ende des zweiten Stückes, das Ihre Selbsteinschätzung sehr passend formuliert wurde. Sehr schwer fällt es einem auch, sich nicht von der Single ‚ Daisy ‚ infizieren zu lassen, oder sich dem buchstäblichen Bild der eröffnenden Feuerwerkseinlage von ‚ Dreams Of Dreams ‚ zu entziehen, die kurz vor Ende als eine Armada schwerbehinderter, entzerrter Gitarren durch unsere Trommelfelle jagt. Mit einem dichten Chor aus vierstimmigen Harmonien setzen Fang Island Ihren Eroberungszug fort und überraschen uns in ‚ Careful Crossers ‚ mit einer wortlosen Intrumental-Version. ‚ Davey Crockett ‚ ist zwar von der identischen Begeisterung befallen, doch taucht man hier nicht sofort in dem Song ab, sondern das Stück selbst packt den Hörer bei der Hand, verschließt Ihm die Augen und kreiert eine atemberaubende Stimmung um unsere sieben Sinne. Alle sollen davon etwas bekommen und fast scheint es, als hätte die Band selbst in diesem Stück realisiert, das nun dem Hörer eine Pause gegönnt werden sollte. Doch diese ist natürlich von kurzer Dauer und ‚ Fang Island ‚ verwandelt sich wieder in andere Formen, konstruiert Schritt-Rhythmen in ‚ Life Coach ‚ und Treeton ‚, oder taucht plötzlich in einer Reihe von Werbespots im amerikanischen Fernsehen wieder auf. ‚ Fang Island ‚ selbst macht auf seinem Debüt eben keine Angaben darüber, wo es den Hörer als nächstes schicken wird. Es ist die totale Ahnungslosigkeit, die Vertrauen benötigt, um sich voll und ganz in die Fänge von Direktheit, Einfachheit und geballte Konzentration fallen lassen zu können. Doch damit öffnet man das Schluss und blickt selbst in die einzigartige Welt von ‚ Fang Island ‚ – einer Insel, die sich auch weiterhin gut vor fremden Blicken schützen wird…