Tyson – Die On The Dancefloor

Ein markantes Artwork ist das geworden: Der dunkle, muskulöse Mann mit seinen Tätowierungen am Körper, der selbst über sich verrät: „Ich kam als Rastafarien zur Welt.“ Tyson erlebte seine Kindheit im Westen von London und erzählt im Rückblick darüber: „Heutzutage hängen die Jugendlichen an der Straßenecke rum und rauben Leute aus – das haben wir nie gemacht.“ Der 27-jährige Londoner kennt die Musik seit seiner Geburt an und vielleicht haben Ihn auch deshalb seine musikalischen Inspirationen tief in die 80er Jahre katapultiert. Denn sein Debüt ‚ Die On The Dancefloor ‚ liegt diesem Jahrzehnt zu Grunde, unermüdlich kämpft sich Tyson mit unverwechselbarer Stimme durch luftige Glitzerwelten, euphorische Hymnen und entfacht dabei nicht selten bombastische Eruptionen auf eben diesen Tanzböden.

Aber Tyson zieht seine Energien leider auch aus rührwarmen High-Energy-Beats, Glam-Dance-Klischees und wütet an manchen Stellen sogar im gnadenlosen Kitsch. Doch zurück an den Anfang und hinein in das Eröffnungsstück ‚ Before I Love Again ‚ mit seinen magischen Rhythmen und den verzerrten Gitarren-Solos. Eine wahrlich animierende Tanzflächen-Nummer, auf deren sinnvollen Tiefgang man ebenso wenig verzichten muss, wie auf den glitzernden Disco-Kugel-Hagel. Das gleichnamige Titelstück reibt uns die Takte dagegen noch ein wenig direkter zwischen die Gehörgänge. Hier pocht der hypnotisierende Electro-Beat, es knallt der kriffige Refrain unvermittelt ins Trommelfell und hinterlässt eine pulsierende Elektrizität, die erst gegen Ende zu ‚ After You’re Gone ‚ mit einem zärtlichen Abschiedskuss die Ohren verlässt.

Leider überzeugen in der zweiten Hälfte lediglich das gehauchte ‚ Love’s On The Line ‚ mit den wunderschön geschwungenen Synthies und das sich langsam entfaltende ‚ On The Radio ‚ mit einer unglaublich charismatischen Ausstrahlung. Eine gestählte Eleganz trifft auf zeitlose Schönheit und zeigt sehr deutlich, dass auch Tyson eines Tages zu den richtig Großen gehören könnte.