Ebony Bones! – Bone Of My Bones

Der Blick schweift ratlos über das bunte Cover der neuen Platte und wieder einmal muss in letzter Not das Internet um Antwort gefragt werden: Wer ist denn bitte schön Ebony Bones? Kurzerhand in die Suchleiste eingetippt und schon erscheint im selben Augenblick die Antwort auf dem Bildschirm. Ebony Thomas steht hier an erster Stelle und schnell wird deutlich, bei „Bones“ handelt es sich um einen Künstlernamen, den Sie für Ihre Musikkarriere angenommen hat. Davor war kannte man Thomas in erster Linie als Schauspielerin der britischen Serie Family Affairs in der Rolle der Jasmin. Doch die Vergangenheit hüllt sich in Schweigen über weitere Details und lässt nur erblicken, dass die Arbeit auf das nun erscheinende Debüt ‚ Bone Of My Bones ‚ beim Label PIAS bereits seit 2005 im vollen Gange ist. Produziert mit Hilfe von Rat Scabies aka Chris Millar, der Schlagzeuger von der Punk- und Goth Rock Band The Damned und der musikalischen Unterstützung von Drummer Mr. Mendiola, Barry Bones an der Trompete, der Keyboarder Dr. Heptinstall und die Backround-Sängerinnen Angie Blue und Helena Of Troy. Soviel also zum Cover von Ebony Bones und der Geschichte hinter Ebony Thomas. Was schlussendlich dabei herausgekommen ist? Kurz gesagt: Ein improvisiertes, lautes, rumpeliges, skurriles, unfertiges und verdammt kraftvolles Debüt Marke Selbstgemachtes. Ebony Bones! ist wie das Cover knallbunt, ein überdrehter Looping in Extra-Large, exzentrisch, störrisch wie das kleine Mädchen das getragen werden will und zugleich verträumt, überraschend, energiegeladen, explosiv, hochtanzbar und furchtbar chaotisch. Dynamisch, frenetisch, vibrierend wie es viele Frauen nicht einmal in Ihren kühnsten Vorstellungen erträumen könnten und bietet zudem puren Spaß, ist das vollkommene Gegenstück zur Depression, schafft Räume zur freien Inspiration und verteilt Hoffnung. Ebony Thomas ist schrill, keine Frage, doch ebenso klug, bodenständig und unkompliziert. Aufgewachsen mit ausergewöhnlichen Frauen wie Cyndi Lauper, Annie Lennox, Grace Jones und Kate Bush oder Björk, entfacht Sie in den zwölf Songs einen Rausch der Sinne, einen brodelnden Hexenkessel zwischen Club und Performance. Der Beweis dazu folgt prompt mit dem Opener ‚ W.A.R.R.I.O.R. ‚ und der klaren Ansage: „This is the sound of Ebony Bones“. Nervöse Handclaps, ein Mittel das in vielen Ihrer Songs perfekt untergemischt wurde, finden Ihren Rhythmus in Tribal- Beats und den stürmischen Hi-Hat Eruptionen. Abruptes Ende und eine schlagartige Wendung mit dem zweiten Track ‚ We Know All About U ‚. Hoch treiben die Anfangstöne der Trompete, dunkel und tief knurren die Synthies in bedrohlicher Agression die Funkyness durch verdammt energetische 4:34 Minuten. Schierer Wahnsinn wie der Song im sekundentakt die Elemente durch die Gegend schleudert und dennoch stets auf den Punkt zurück finden. Nicht viel anders verhalten sich die restlichen Stücke. Von Elektronik zu Indie-Rock, von akustischen Halb-Balladen zu orientalischen Klängen. Ebony kann mit allem und kreiert mit ‚ The Muzik ‚ einen Dancefloor Kracher der sich gewaschen hat. Hier verbrennt der Beat auch die letzten Staubwölkchen in einer Welt, die multikultureller kaum sein könnte. Es ist der Ritt durch bizarre und grell leuchtende Wunderwelten: Klare Kaufempfehlung!