Django Django – Glowing In The Dark

Während DJANGO DJANGO einen Großteil des letzten Jahrzehnts damit verbracht haben, Art-Pop-Collagen aus vielschichtigen Ebenen zusammenzustellen, scheint dieses vierte Studioalbum den Trick nahtloser als je zuvor in die Wirklichkeit umzusetzen.

Das britische Quartett Django Django verfeinert seit Anfang der 2010er Jahre seine besondere Art des Art Pop und verwebt Teile einer kantigen Surfgitarre, leuchtende Synthesizer und reichhaltige Gesangsharmonien mit einer starken elektronischen Unterströmung. Seit fast einem Jahrzehnt versuchen Django Django aber auch, den strahlenden Glanz ihres Debüts wiederzuerlangen. Während der Nachfolger „Born Under Saturn“ aus dem Jahr 2015, das, was ihm an Ehrgeiz fehlte, durch mitreißende Rhythmen wettmachte, war die dritte Veröffentlichung von dem Gefühl getrübt, dass die Band den Fortschritt nur mit abnehmendem Tempo durchlief und sich wie ein Computer anfühlte, der im Grunde einen vollständigen Neustart benötigt. Die jüngsten Bemühungen der Band lassen das schleichende Gefühl der Vertrautheit nicht vollständig los, sondern markieren zum ersten Mal auch einen echten Schritt nach vorne.

„Right The Wrongs“ könnte das beste Django Django Lied aller Zeiten sein. Es fühlt sich so an, als ob alles, was die Band zuvor jemals gemacht hat, nur diesem majestätischen Stück Indie Disco Pop als Grundlage diente. Doch neben diesem sonnenverwöhntem Psycho Pop finden sich instrumentale Verrücktheiten in „The Ark“ und akustischer Glückseligkeit bei „The World Will Turn“. Entscheidend ist jedoch, dass unsere Füße dabei niemals den Boden berühren und die Illusion niemals gebrochen wird. Sich hier von der Realität zu lösen, fühlt sich seit letztem Jahr ein bisschen wichtiger an und wie jeder Tagtraum oder jede Fluchtfantasie reist „Glowing In The Dark“ durch endlose Landschaften. Abgesehen von der Vorliebe für saubere Basstöne unterscheidet sich die Gesamtproduktion nicht allzu sehr von ihren früheren Alben. 

Eine Band, die bereits als stilistische Außenseiter bekannt ist, muss sich nicht unbedingt neu erfinden, und dennoch treten Django Django nach vier Alben in ihre mittleren Jahre ein und scheinen manchmal ein wenig in der Form ihres eigenen Designs zu stecken. Insgesamt ist „Glowing in the Dark“ aber ein sehr solides, gut strukturiertes Album mit genügend herausragenden Eigenschaften, um neue neo-psychedelische Klanglandschaften zu erschaffen.

7.9