Crystal Castles – Crystal Castles (II)

Die Crystal Castles wurden nach den Zeilen „The fate of the world is safe in Crystal Castles“ und „Crystal Castles, the source of all power“, mit Bezug auf den fiktionalen Charakter She-Ra getauft. Sie gehört zu einer Cartoon-Serie von Produzent Mattel mit Namen She-Ra aus dem Jahr 1983: Princess Of Power. Sie ist hat zudem eine zweite Persönlichkeit mit Namen Princess Adora und ist die Zwillingsschwester von He-Man. Es ist eine Verrücktheit, mit der sich die Crystal Castles umgeben, ein Schleuder-Trauma, aufgebaut in 8-Bit Pieptönen, Unterwasser-Geräuschen und Lärm als die unerbitterliche Waffe – wie manche es noch aus Zeiten von Space Invadors kennen. Die Crystal Castles verblüfften die Menschen im Jahr 2008 mit Ihren manchmal chaotischen, manchmal launischen Synthie-Pop gezackten Messerhiebe und verpackten Ihr Debüt in einer gewissen Nostalgie. Im Jahr 2010 können uns Ethan Kath und Alice Glass dementsprechend nicht mehr so unerwartet von hinten in den Rücken schneiden. Das der damalige und sehr hinterhältige Überfall bei vielen einen widerlich-schmeckenden Geruch im Mund verursachte, ist dagegen weniger eine Überraschung und so hofften natürlich viele darauf, das neue Album wäre schlicht und ergreifend schrecklich anzuhören. Aber diese Menschen müssen nun allesamt enttäuscht werden: Im Jahr 2010 erklingen die Crystal Castles sogar noch eine Spur besser und das in fast jeder Hinsicht. ‚ Fainting Spells ‚ eröffnet das gleichnamige Album mit einer gottlosen, ohrlochstechenden Kakophonie, die in äußerst verstörender Manier durch zwei Minuten wütet. Es ist düster im kohärenten Chaos geworden, zugleich schwebt eine süße Verträumtheit durch die Räume. ‚ Celestica ‚ wirkt unheimlich, blickt mit fragenden Blick auf uns herab und lässt sanft die elektronischen Harmonien in zuversichtlicher Form, zwischen tanzbaren Beats und einer kristallklaren Etikette erklingen. ‚ Doe Deer ‚ zerfetzt den Hörer anschließend und mit einer trockenen Nüchternheit, in einer geschredderten Brutalität. ‚ Baptism ‚ gehört dagegen in die alte Schule der Crystal Castles. Der Track ist in kompletter Art und Weise tanzbar, setzt uns mit seinen monotonen Beats in Hypnose, während ‚ Year Of Silence ‚ wie das dunklere Gegenstück zu dem damaligen Track ‚ Air War ‚ aus dem Debütalbum klingt. Insgesamt sind die Crystal Castles viel mehr Pop als vorher, aber das war wohl ein unvermeidlicher Schritt, aber in keinem Fall ein schlechter. Dazu gehören ‚ Celectica ‚, ‚ Suffocation ‚, und ‚ Empathy ‚ mit seinen verzerrenden und funkelnden Synthies. ‚ Violent Dreams ‚ und ‚ Vietnam ‚ begeistern mit der bravourösen Feinabstimmung im Detail. Auch ist es verblüffend wie sich die Crystal Castles aus Ihren anfänglichen Nintendo-Piep-Tönen verzweigt haben. Blasenbildung mit Anleihen zu Vogelgezwitscher erwartet einen im Stück ‚ Birds ‚ und verwirrende Kälte im folgenden ‚ Pap Smear ‚. Insgesamt gibt es wirklich nicht viel zu beklagen, Ideen wurden noch besser umgesetzt und die einzige Sorge die man sich schlussendlich wirklich machen muss ist diese: Es ist gut möglich die Platte in Dauer-Rotation in sämtlichen Hipster-Bekleidungsgeschäften, den ganzen Sommer über, hören zu müssen.