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BOY & BEAR Moonfire

2011

Mit einem Hauch von Klischee und musikalischer Vielfalt: BOY & BEAR und ihr Debüt MOONFIRE zwischen fesselnden Harmonien und der Suche nach Identität.

Den größten Erfolg erlebten Boy & Bear nach Ihrer gemeinsamen Tour durch Australien im Jahr 2010 mit den Mumford & Sons, als Marcus Mumford die Band außerordentlich lobte und diese als erstaunlich fesselnd in Bezug auf deren vergangenen Liveshows bezeichnete. Aber in Australien sollte sich bald herausstellen, dass Boy & Bear auch ohne kostenlose Publicity erfolgreich sein konnten. Doch wird es nun mit der kommenden Veröffentlichung ‘ Moonfire ‘ auch hierzulande klappen? Zugegeben, ein erster Blick auf so manche Textzeilen lässt die Band zugleich ein wenig klischeehaft wirken: “See my body keeps in line/ And I got my whole damn life/ Oh I want to be somebody, somebody, someone/ You’re so desperate now/ Oh no you won’t let it go/ You bit of your tongue to become one”. Auch die folgenden Zeilen aus dem Song ‘ Part Time Believer ‘ pflügt mir das Bild eines schmalzigen Hollywood Streifen vor das geistige Auge: ““I remember sitting back on my balcony/ I was a-listening to The Rolling Stones/ See, I was waiting for my dad to come home from work/ So I could show him all the chords that I’d learned.”

Und leider ist das Ganze wie man sehen kann, kein Einzelfall. Doch textlich abgeschweift, entdeckt man durchaus bestechende Szenen in ‘ Moonfire ‘. Und diese mögen einen durchaus so schnell nicht mehr gehen lassen. ‘ Milk And Sticks ‘ ist voll von gegensätzlichen Klängen und glänzt durch eine fantastische Instrumentierung, die sich wiederum an der erstaunlichen Stimme des Frontmanns Dave Hosking orientiert. ‘ The Village ‘ ändert dagegen völlig die Richtung des Albums: Afro Beats, harmonische Gesänge und Reggae-Rhythmen kreieren definitiv Abwechslung. Aber auch verhaftende Nummern wie das stumpfe und leblose ‘ My Only One ‘ sorgen für Abwechslung – wenngleich auf negative Art und Weise. Schlussendlich bleibt ‘ Moonfire ‘ ein dementsprechend durchwachsenes Debüt, welches stets bemüht nach der eigenen Persönlichkeit sucht und Konsistenz vermissen lässt. Dafür überzeugen die strukturierten Harmonien und mit dem Hype durch Marcus Mumford im Nacken – dürfte ‘ Moonfire ‘ dennoch ein kommerzieller Erfolg werden.

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74
landschaft
2011
Moonfire
HO-0500-SG

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

portrait
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