BOMBAY SHOW PIG Vulture / Provider
Ein faszinierendes Debüt von BOMBAY SHOW PIG: VULTURE / PROVIDER beeindruckt mit einer Mischung aus hohen Soundwänden, unüberhörbaren Gesängen und zielstrebigen Rhythmen, die sowohl Bodenständigkeit als auch Verschrobenheit offenbaren.
Das hatte ich schon lange nicht mehr (oder noch nie?): eine Indie-Rock Band aus den Niederlanden. Wilde und leicht vestörende Comic-Collagen zieren den Pappschuber von Mathias Janmatt und Linda Van Leeuwen, die gemeinsam als Duo und mit Hilfe einiger Freunder Ihr Debütalbum ‘ Vulture / Provider ‘ bereits im letzten Jahr veröffentlichen und nun durch den großen Anklang im eigenen Land über die Grenzen hinaus driften. Als Bombay Show Pig protzen Mathias und Linda mit hohen Soundwänden, unüberhörbaren Gesängen und zielstrebigen Rhythmen, die zu Beginn unaufhörlich an Ihrer frisierten Steckdose basteln und dabei feingliedrig, kickend und ebenso ungestüm Ihre Instrumente in Stellung bringen. Und dann kann es losgehen: das eröffnende Stück ‘ Sancho Panza ‘ ist ein angenehmer Appetitanreger, reißt sanft die geordneten Songstrukturen ein und ermöglicht so dem zweiten Track ‘ Shakles And Chains ‘ einen fulminanten Auftritt. Erneut stampfen die Beats durch die Strophen, doch beinahe unaufällig schieben sich aus dem Hintergrund gefühlvolle Samples in den Mittelpunkt und offenbaren eine überraschende Fülle zwischen Bodenständigkeit und Verschrobenheit. Im vierten Stück ‘ Heart In A Headlock ‘ kreischen uns die Gitarren Ihre geschundenen Seelen in die Gehörgänge und lassen damit nicht nur den Blutdruck, sondern gleich den ganzen Körper in die Höhe jagen.
Es sind direkte Impulse an die Gliedmaßen, die Hüfte und an das Nervenzentrum. ‘ Start / Rewind ‘ jagt zum Einen verquere und holprige Melodien durch die dahinscheppernden Landschaften, zum Anderen werden diese durch bittersüße Klänge ins zarte Scheinwerferlicht gerückt und wirken daraufhin gar nicht mehr so sperrig, unberechenbar und schrullig. Bombay Show Pig lassen Ihre Tracks in verschiedenen Blickwinkeln entstehen und es liegt letztlich ganz im Auge des Betrachters, wie es gehört und gesehen werden möchte. Eli Janney, der unter anderem mit The Rapture arbeitete, mixte das Album in seinem Studio in New York. Alles andere als ein lärmender Purzelbaum ist ‘ Fingerprint ‘ und es ist verblüffend, was die beiden Niederländer erschaffen, wenn aus beschaulichen Instrumentierungen und wärmenden Bassläufen lodernde Funken entspringen und daraus ein unwiderstechlicher und mitreißender Pop-Song entsteht – der gegen Ende sogar Trompeten für sich gewinnen kann und damit ohne jeglichen Zweifel den Höhepunkt des Albums stellt.
Nicht minder faszinierend gestaltet sich auch das folgende Lied ‘ Stuck In My State Of Mind ‘ mit seinen hüpfenden Synths, oder die Geigen-Arrangements in ‘ Sharp Like ‘. Bombay Show Pig achten auf Abwechslung von Anfang bis Ende und verzichten glücklicherweise auch auf oftmals angewandten zwanghaften Bewegungsdrang. Man kann zu jeder Zeit, muss aber nicht. Ein gelungenes Debüt, welches im Mai 2013 auch endlich auf deutschen Bühnen präsentiert wird:
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