Bastille – Bad Blood

Schon nach wenigen Sekunden lässt sich erkennen, hier befinden wir uns ohne Zweifel in wunderbar Elektro-orientierten Pop-Songs, die zudem auf eine erfrischende Ebene steigen und dabei mit angenehmer Tiefgründigkeit glänzen. Das eröffnende Stück ‚ Pompeii ‚ sorgt eben für diese unmittelbare Erreichbarkeit des Hörers und lässt geschickt verspielte Arrangements in charakteristische Merkmale übergehen, die letztlich maximale Euphorie versprühen. Hervorragend in der Ausarbeitung gestaltet sich auch das zweite Stück ‚ Things We Lost in the Fire ‚, welches erst als scheinbar unspektakuläre Ballade beginnt und gegen Ende mit einprägenden Streicher-Arrangements und mehrstimmigen Chorgesängen eine faszinierende Stimmung entstehen lässt, die jedoch sogleich im Anschluss mit ‚ Bad Blood ‚ auf die Seite gekehrt wird. Dan Smith, der kreative Kopf hinter Bastille, ist scheinbar kein Freund des lange auf der Stelle tretens und wird wohl auch deswegen frenetisch von seinen zahlreichen Anhängern gefeiert, die Ihm seit einigen Monaten mit starren Blick an den Lippen hängen. Wer kann schließlich schon von sich behaupten, bereits einen Gig im 1.500 Zuschauern ausverkauften Londoner KOKO, zwei ebenfalls ausverkaufte Touren durch Großbritannien, zwei ausverkaufte Shows im Shepherd´s Bush Empire in London, sowie diverse Festival-Auftritte als Headliner absolviert zu haben. Letztlich wurde sein Debütalbum ‚ Bad Blood ‚ auf den Erfolg getrimmt, da braucht man nicht drum herum zu schreiben. Alles ist sauber produziert, es dürfen die Balladen nicht fehlen und selbstverständlich auch nicht die gut platzierten Mitsing-Refrains. Aber Bastille würde man Unrecht tun, Ihn lediglich auf diese kommerziellen Mittel zu reduzieren. Dafür hat der Mann zu viel auf den Kasten. ‚ Weight Of Living, Pt. II ‚ ist eigentich das beste Beispiel dafür und zusammen mit dem folgenden Stück ‚ Icarus ‚ zelebriert er hier die Erfassung des gesamten Spektrums emotionaler Gefühle und kreiert damit im Hörer ein hundertprozentig befriedigendes Ergebnis. ‚ Flaws ‚ spielt dagegen mit dezent platzierten punktuellen Synthies, steigenden Gesängen und melodischen Passagen, die sicherlich bei vielen mitten ins Herz treffen dürften. Die Musik von Bastille bleibt schlussendlich schwer kategorisierbar. Sie ist nicht leicht genug für simple Pop-Songs, aber auch nicht subtil und dunkel genug, um in die Bereiche von Hurts oder Bat For Lashes einzudringen. So ist das mit Dan Smith. Irgendwie hat er es geschafft, größtenteils kommerzielles Neuland zu entdecken und sich dort jetzt anstandslos auszubreiten. Man kann Ihm für die Zukunft wirklich nur das Beste wünschen.