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Albumcover von Hollie Cook „Shy Girl“: Profilaufnahme der Sängerin mit kunstvoll geflochtenem Haar, goldenen Accessoires und warmem orangefarbenem Hintergrund.
ALBUM

Shy Girl HOLLIE COOK

2025
MSTAX ALBUMPROFIL

Zwischen Sonnenlicht und Selbstschutz: Wie HOLLIE COOK mit SHY GIRL den Lovers Rock erneuert, ohne seine Zartheit zu verlieren – ein Album über Nähe, Stolz und die Kunst, verletzlich zu bleiben.

Fünf Alben und fast anderthalb Jahrzehnte nach ihrem Debüt wirkt Hollie Cook so gefestigt wie nie, zugleich aber durchlässiger. „Shy Girl“ ist keine Neuerfindung, sondern eine Verfeinerung jener tropischen, von Dub durchzogenen Liebesarchitektur, mit der sie den Lovers Rock ins 21. Jahrhundert getragen hat. Es ist Musik, die blüht, aber auch verharrt, die nach vorn blickt, während sie ihre Wurzeln tastend umkreist. Cook, einst Tourmitglied von The Slits, Tochter des Sex-Pistols-Schlagzeugers Paul Cook, hat den Reiz der leisen Reggae-Melancholie nie aufgegeben. Doch wo frühere Alben spielerisch in pastellfarbener Leichtigkeit badeten, schimmert in „Shy Girl“ eine neue Wachheit, ein zarter Ernst durch.

Der Opener und Titelsong gibt die Richtung vor: „I’ve always been a shy girl, don’t always know what to say“, singt sie, und dieses Geständnis durchzieht das ganze Album wie eine leise Basslinie. In „Ooh Baby“ rollt eine Welle aus gläsernen Harmonien, die alles abfedert, was zu nah kommt. „Frontline“ hingegen dröhnt mit schwerem Dub-Gitarrengeschiebe, als würde sie dort, wo Liebe scheitert, eine neue Form von Stärke suchen. Die Stimme bleibt federleicht, doch die Produktion – analog, warm, handgearbeitet – trägt die Last der Jahre mit. In „Crying Wolf“ mischen sich Blech und Herzklopfen, in „River Runs Deep“ weitet sich die Melodie wie eine Meeresbrise, die längst weiß, dass Sommer nur ein Zustand ist.

Das Cover zeigt ein Profil, streng und zugleich weich: geflochtene Stränge, goldene Ornamente, eine Haltung zwischen Stolz und Intimität. Es ist ein visuelles Echo dessen, was Cook klanglich gelingt – Eleganz ohne Pose, Selbstbehauptung ohne Härte. Aufgenommen in London, Los Angeles, New York und Vejer de la Frontera, klingt „Shy Girl“ wie ein sonnendurchflutetes Geständnis, dessen Mut gerade im Flüstern liegt.

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Anspieltipps: Shy Girl, Ooh Baby, River Runs Deep

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