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Albumcover von Léonie Pernet „Poèmes Pulvérisés“ mit einem Sternengesicht im Afro-Look als symbolisches Porträt eines poetischen Universums.
ALBUM

Poèmes Pulvèrisés LéONIE PERNET

2025
MSTAX ALBUMPROFIL

LÉONIE PERNET verschmilzt auf ihrem dritten Album POÉMES PULVÉRISÉS intime Erinnerung, politischen Widerstand und avantgardistischen Pop zu einer poetischen Klangexplosion.

Wenn man in das Gesicht auf dem Albumcover von „Poèmes Pulvérisés“ blickt, sieht man keine Haut, sondern ein ganzes Universum. Die Person ist mit einem schwarzen, sternenbesprenkelten Schleier bemalt – wie ein lebendiges Firmament, durch das Fragen schwirren, deren Antworten nur in Fragmenten existieren. Wer sind wir, wenn wir zersplittert sind? Léonie Pernet antwortet musikalisch: Wir sind immer noch ganz – inmitten der Ruinen.

Nach ihrer Reise in den Niger und der Begegnung mit ihrer väterlichen Familie hat sich für die französische Musikerin vieles verschoben. Pernet greift in „Poèmes Pulvérisés“ die Worte von René Char auf und verwandelt sie in akustische Splitter – „Ich habe meinen Kopf genommen wie einen Klumpen Salz und ihn buchstäblich pulverisiert.“ Was sich destruktiv anhört, wird bei ihr zur künstlerischen Befreiung: Sie löst auf, um neu zusammenzusetzen. Musik als molekulare Therapie.

Der eröffnende Trakc „Brûler pour briller“ – ein instrumentales, fast zeremonielles Stück mit Streicherflächen – rezitiert Char’s Worte. Es ist kein lauter Einstieg, sondern ein geistiger Auftakt. Dann folgen Tracks wie „Réparer le monde“ oder „Les rênes“, in denen Pernet immer wieder mit Nachdruck Frieden einfordert. „Wie kann man leben, ohne das Unbekannte vor sich?“ fragt Char in seiner Sammlung – Léonie antwortet mit elektronischen Hymnen, afrikanisch inspirierten Rhythmen, hypnotischen Gesängen und gebrochenen Harmonien, die sich immer wieder aufrichten.

In „Paris-Brazzaville“ flirrt der globale Süden durch das Beatgerüst. „Acid Niger“ klingt, als würde sich ein Synthesizer durch die Hitze einer Erinnerung kämpfen. „Nymphéas“, das letzte Stück, ist so fragil und nah, dass man fast das Gefühl hat, durch die Risse der Zeit zu flüstern. Ihre Großmutter und Tante sind zu hören – Vergangenheit wird zu Klang. Dieses Album ist keine Flucht, sondern eine Konfrontation. Kein Mantra, sondern ein Manifest. Léonie Pernet zerlegt die Welt, damit wir sie neu fühlen können – in ihrer Dunkelheit, aber auch in ihrem Licht.

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Albumcover von Léonie Pernet „Poèmes Pulvérisés“ mit einem Sternengesicht im Afro-Look als symbolisches Porträt eines poetischen Universums.

Léonie Pernet – Poèmes Pulvèrisés

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Anspieltipps: Brûler pour briller, Réparer le monde, Nymphéas

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