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WALT DISCO The Warping

2024

Mit THE WARPING beschäftigen sich WALT DISCO mit Themen wie Veränderung, Wachstum und dem Umgang mit den komplexen Kämpfen, die in jedem Leben vorkommen.

Als Phrase kodiert „The Warping“ Begriffe wie Metamorphose, Fluidität und Verzerrung – ein passender Titel also für Walt Disco’s zweites Werk, in dem das aus Glasgow stammende Quintett auf 12 Tracks, die sie als „unser bisher biografischstes Werk“ bezeichnet haben, tiefgreifende Fragen der Geschlechtsidentität und des Selbstkonzepts untersuchen. Während sie mit ihrem Debüt „Unlearning“ aus dem Jahr 2022 bereits mit einem fesselnden und unverwechselbaren Sound ausgestattet waren, geht „The Warping“ noch einen Schritt weiter: Orchesterklänge von Holz-, Blech- und Streichinstrumenten heben Stücke wie „Gnomes“ und „Weeping Willow“ in vergoldete Höhen opernhafter Erhabenheit; während anderswo groovegeladene Gitarrenlinien und eher industrielle Texturen zu hören sind („You Make Me Feel So Dumb“ bzw. „Black Chocolate“).

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Der Punkt, an dem es jedoch ein wenig zu irritierend wird, liegt weniger an der Technik, die eindeutig mit Absicht da ist, sondern mehr an der übertriebenen Darbietung des ansonsten wunderschönen Gesangs. Dies verschiebt die Waage ein wenig zu sehr in Richtung Kabarett und nicht genug in den Bereich wirklich talentierter Glam-Rock-Sensibilität. Dies ist ein Quartett, dessen Talent unbestreitbar ist, und daher sind etwaige Mängel hier eine Frage des persönlichen Geschmacks. Von dem Moment an, in dem die ersten Töne auf Zehenspitzen in den Raum schleichen, in dem Sie sich gerade befinden, ist es ein Versprechen von blinkenden Lichtern, glitzerndem Abenteuergeist und extrovertiertem Eingeweiden. 

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David Bowie mag einen bemerkenswerten Einfluss haben, sobald die Stimme aus dem Lautsprecher dringt, aber die Party, die darauf folgt, ist nichts weniger als eine Klangexplosion aus theatralischen Taktiken, gotischer Ästhetik und glamouröser Präsentation. Für diejenigen, die so geneigt sind, ist dies eine Darbietung, die mit nichts anderem vergleichbar ist. Walt Disco haben auf dieser Veröffentlichung auch keine Angst davor, politisch zu werden. „The Captain“ befasst sich mit toxischer Männlichkeit auf globaler Ebene und nimmt dabei das Klima in den Blick. „It’s very frustrating that the aggression and greed in the world that’s pushing it towards destruction is kind of geared to benefit certain types of people“, sagt Schlagzeuger und Co-Songwriter Jack Martin. 

Das Ergebnis ist ein wunderschöner, keltisch angehauchter Track, der sich nach der Ruhe und Sanftheit der Weiblichkeit in einer hypermaskulinen Umgebung sehnt. Als Abschluss eines Albums ist „Before The Walls“ wahrscheinlich so viel Walt Disco, wie man nur bekommen kann. In einer traumhaften Platte über das Gefühl, fehl am Platz zu sein, aber vielleicht Trost in der Kunst zu finden, verwandelt „The Warping“ Geschlechtsdysphorie in vergoldete Euphorie.

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84
abstrakt
2024
The Warping
SI -0125- SI

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

stilisiert
#01 · 2015
Fast Food
SI -0121- KP
portrait
2021
Daddy’s Home
SI -0122- KP
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2025
Midnight Sun
SI -0123- RO
verfremdet
2025
Virgin
SI -0124- OB
portrait
1992
What’s the 411?
SI -0126- TZ
portrait
2018
Primal Heart
SI -0127- PE
symbolisch
2024
STARFACE
SI -0128- KR
portrait
2021
333
SI -0129- TZ