Shannon Lay – August

Das dritte Studioalbum der Sängerin Shannon Lay aus Los Angeles wurde gemeinsam mit Ty Segall produziert und enthält musikalische Beilagen von Mikal Cronin, Nick Murray und Segall. „August“ ist ein sicher auftretendes neues Album, hypnotisch injiziert es uns eine entschleunigende Dosis, glänzt mit entspannter Kreativität, ist einfach in der Wirkung und doch überraschend zugleich. Shannon bietet eine vielseitige Mischung, die sich hauptsächlich auf Lay’s Gesängen und feinfühlig ausgewählten Gitarrenrhythmen konzentriert. Es ist ein großartiges Album, mit dem man sich an einem bewölkten Tag zurückziehen kann. Jedes Lied bleibt zentriert und ziemlich gleichmässig. Ihre Songs beginnen meistens in skelettartiger Form und sind subtil aufgebaut. Beste Beispiele dafür sind “Wild“ und die wehmütigen Harmonien zu „Something On Your Mind“.

Oft ist es schwer zu sagen, ob die Songs zur alten oder zur neuen Zeit von Shannon Lay gehören, aber wenn sie sich dann der alten Zeit zuwendet, scheint sie weniger erfolgreich. Im Refrain von „Unconditional“ drückt sie ihre Stimme so, dass sie bestens zu ihrer geschickten Gitarrenarbeit passt. Dazu gesellen sich feine Nuancen zu Angel Olsen, während andere Bezugspunkte Vashti Bunyan in dem Mittelpunkt rücken. Einige der Aspekte, die mir gefallen haben, waren die unterschiedlichen Instrumentierungen, die auf dem Album verwendet wurden. Zum Beispiel enthält „Death Up Close“ Streicher und ein Horn. Dies hilft dabei, ein solides Fundament innerhalb der Melodie aufzubauen. Lay ist zweifelsohne eine starke Texterin, die auf so komplexe und meisterhafte Weise Themen wie Liebe und Verlust vermittelt, dass man hier geradezu in Schwärmerei verfällt.

Shannon Lay blickt nicht nur auf ihrem Artwork geradeaus, auch musikalisch geht sie mit dem neuen Album „August“ selbstsicher und entschlossenem ihren eigenen Weg in eine hoffentlich weiterhin erfolgreich bleibende Zukunft.