Salvia Plath – The Bardo Story

Salvia Plath ist auch Run DMT. Hinter diesen Bezeichnungen steckt Musiker, Filmemacher und Künstler Michael Collins aus Baltimore, der sich nun allerdings an anderen Klängen versucht und aus akustischen Gitarren, wackeligen Drum-Kits, diversen Keyboards, Flöten, und einigen klirrenden E-Gitarren verschwommene und psychedelische Verzwirbelungen formt, die als organische Sounds in einem Meer aus Melancholie dahintreiben. Es ist letztlich die Vertonung seiner Tagträume. Erdacht in den letzten zwei jahren zwischen Boston, New York, seiner Heimatstadt Baltimore, Chicago und Los Angeles, finden sich auf dem Erstlingswerk dreizehn anschmiegsame und ebenso extraordinäre Songs, zwischen sonnigen Lo-Fi Folk-Klängen und Anleihen an den Gitarren-Pop der 60er Jahre. ‚ The Bardo Story ‚ ist dann auch exakt nichts anderes. Man kann den Klängen sein Gehör schenken, diesen betäubenden Interventionen aufsaugen, oder einfach nur gelangweilt auf der Couch herumliegen. Als Salvia Plath kümmert ihn das herzlich wenig, zu weit entfernt scheint der Mann mit seinen inspirierten Merkwürdigkeiten, zu verwinkelt die kleinen Nebenstraßen, zu geschickt das Songwriting und zu beeindruckend sind an manchen Stellen die instrumentalen Zwischenspiele und zusätzlich erbauten Dimensionen. Bei ‚ Stranded ‚ pfeift Michael Collins zu plätschernden Wellen einfach nur zwei Minuten vor sich hin, während ‚ House Of Leaves ‚ wohl die Hippie-Hymne im Jahr 2013 sein dürfte. Fröhlich sonnige Pop-Musik erwartet uns in den Songs ‚ This American Life ‚ und ‚ Phased ‚ und lassen die Platte schlussendlich als ein abgerundetes Endergebnis aussehen, welches mit Stil und freihängenden Ideen in einer leicht zugekifften Atmosphäre wandelt. Einen ersten Eindruck auf ‚ The Bardo Story ‚ verschafft das Musikideo zu ‚ Bardo States ‚, der mit seiner Heimvideo-Optik den Geist von Salvia Plath perfekt einfängt.

8.0