Sally Shapiro – My Guilty Pleasure

Sally Shapiro, die schüchterne Sängerin aus Göteborg. Die auch mit der zweiten Platte ‚ My Guilty Pleasure ‚ auf öffentliche Interviews verzichtet, Ihren echten Namen nicht verraten will und auch weiterhin auf jegliche Liveshows verzichten wird. Sally Shapiro gibt es nur in den Formaten CD, MP3 und Vinyl zu kaufen. Trotzdem gibt es immer eine Ausnahme, die auch die sympathische Schwedin nicht ungenutzt lassen konnte und so in einem Interview Anfang September 2007 meinte: „What if I did a show in Italy, where there’s no-one I know. If I just went onto the stage, did my thing and left without having any further contact if I didn’t want to. Then I’d still be able to keep myself outside of it and just regard it as Sally’s thing“. Ebenso gab es eine Antwort auf die Frage, warum Sie nicht Ihren echten Namen veröffentlichen will: „I chose Sally Shapiro because we were inspired by artists like Valerie Dore and Katy Gray, who also had a team of producers and writers behind them using the name of a singer as the title for the project”. Es ist beachtenswert, wie konsequent Sie diese Vorsätze einhält und trotzdem äußerst erfolgreich Ihre Platten verkaufen kann. Neben Ihren Alben erschien im letzten Jahr noch die ‚ Remix Romance Vol.2 ‚, die von Johan Agebjörn produziert wurde, der auch bei ‚ My Guilty Pleasure ‚ mitarbeitete und in 90er Jahren besonders mit Techno sozialisiert und schließlich vom Italo Disco-Virus gepackt wurde. Dementsprechend verlaufen auch die Songs ähnlich Ihres Debüts ‚ Disco Romance ‚ inmitten der schwer angesagten Neo-/Italo-Disco-Bewegung. Leichtes Meerrauschen, sanfte Wogen und schüchterne Synthies bewegen den Opener ‚ Swimming Through The Blue Sea ‚ durch weitläufige Atmosphären und breite Gefühlsebenen. Danach folgt mit ‚ Looking At The Stars ‚ ein seichter Schmuse-Pop-Song im 80er Jahre Stil, mit Einflüssen aus Techno, Disco und natürlich darf an der Stelle nicht vergessen werden: Ihrem großen Idol Sandra. Was sich hervorragend auf die neue Platte auswirkt, ist die klare und helle Stimme, die auf den elf Songs wesentlich besser zur Entfaltung kommt als auf Ihrem doch allzu deutlich im Italo-Disco Fieber verwurzelten Erstlingswerk. Nur in Momenten wie ‚ He Keeps Me Alive ‚ strömt diese viel zu dünn aus den Boxen. ‚ Let It Show ‚ lässt wunderschön die Melodien in eine flüssige Masse entschwinden, es gibt hier keine Grenzen und nichts, was diesen Song daran hindern könnte die Welt in einen farbenfrohen Regenbogen zu verwandeln. Es mag ein bisschen kitschig klingen, doch wenn Sally Shapiro davon Gebrauch nimmt, dann wir doch schließlich auch. Wie süße kleine Sternchen hüpfen die Synthies in sämtlichen Colorierungen durch ‚ Save Your Love ‚ und finden schlussendlich mit ‚ Miracle ‚ einen sehr gelungenen Abschluss. Insgesamt bleibt damit ein Zweitwerk zurück, das seine besonderen Lockstoffe versprüht und gezielt einsetzen kann, aber für die Albumlänge ist das eindeutig nicht überzeugend genug um dauerhaft die Blicke auf sich zu ziehen. Mmh…und wie war das gleich nochmal mit dem echten Namen von Sally Shapiro? „My real name is nothing of importance“. Achja, genau.