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Albumcover von PVA mit einer körpernahen, reduzierten Inszenierung, die Verletzbarkeit und bewusste Künstlichkeit betont.
ALBUM

No More Like This PVA

2026
MSTAX ALBUMPROFIL

PVA formen mit NO MORE LIKE THIS ein Album der kontrollierten Nähe, das Reduktion ernst nimmt, Körperlichkeit nicht ausstellt und Spannung aus Lücken gewinnt. Der Sound verweigert Auflösung, die Stimme bleibt sachlich, fast spröde. Nicht jede Idee trägt bis zum Ende, doch die innere Konsequenz bleibt spürbar.

Ein Album, das Raum lässt, ohne ihn zu füllen, setzt auf eine heikle Form von Präsenz. Geräusche wirken hier nicht als Behauptung, sondern als Spur, als etwas, das sich erst im Hören festigt. In dieser schwebenden Anlage erscheint PVA nicht als Band, die zurückkehrt, sondern als Formation, die ihr Material neu sortiert. „No More Like This“ arbeitet mit Reduktion, ohne Askese zu predigen, und mit Körperlichkeit, ohne sie auszuspielen. Der Sound bleibt nah an der Haut, verweigert sich jedoch der unmittelbaren Erlösung.

PVA entfalten diese Haltung bereits früh, wenn „Rain“ den Ton setzt: Sprache gleitet über synthetische Flächen, Rhythmus bleibt angedeutet, Spannung entsteht aus Wiederholung. Das Stück öffnet keinen Raum, es markiert ihn. Diese Logik zieht sich durch das Album. „Enough“ komprimiert das Geschehen, schiebt Bass und Stimme dicht aneinander, bis Intimität nicht mehr als Nähe, sondern als Druck erfahrbar wird. Der Reiz liegt im kontrollierten Entzug. Wo frühere Arbeiten auf Verdichtung setzten, arbeitet dieses Album mit Lücken, die hörbar bleiben.

An einer entscheidenden Stelle klärt das visuelle Selbstbild, was musikalisch bereits angelegt ist. Die körperliche Inszenierung des Covers wirkt nicht als Provokation, sondern als Festschreibung von Verletzbarkeit, als bewusste Auslieferung an den Blick. Diese Geste spiegelt sich im Album in der Art, wie Stimme geführt wird. Ella Harris vermeidet theatrale Zuspitzung, ihre Präsenz bleibt sachlich, beinahe spröde. Gerade dadurch gewinnen Stücke wie „Anger Song“ oder „Peel“ an Schärfe. Streicher, Perkussion, industrielle Texturen stoßen auf eine Stimme, die nicht vermittelt, sondern aushält.

Die Produktion mit Kwake Bass hält diese Fragilität konsequent offen. Klänge wirken absichtlich ungeschliffen, Übergänge bleiben hörbar. „Send“ setzt auf Reibung, Rhythmus wird zur Last, nicht zum Antrieb. „Boyface“ greift Trip-Hop-Referenzen auf, vermeidet nostalgische Glätte und bleibt im Ungefähren. Das lange „Okay“ zieht diese Strategie bis an ihre Grenze. Wiederholung wird hier nicht hypnotisch, sondern ermüdend, was weniger als Fehler denn als kalkuliertes Risiko erscheint.

Nicht alles trägt gleich weit. Die formale Offenheit führt stellenweise zu einem Verlust an Richtung. Einzelne Ideen wirken stärker als das Ganze, besonders im letzten Drittel. „Moon“ schließt das Album leiser, als es begonnen hat, ohne einen neuen Akzent zu setzen. „No More Like This“ überzeugt durch Haltung und klangliche Disziplin, fordert jedoch Geduld und verzichtet bewusst auf Verdichtung. Das Album behauptet keine Zäsur, es setzt eine Linie fort, die konsequent bleibt, auch wenn sie nicht immer trägt.

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Das Album anhören

Anspieltipps: Rain, Enough, Anger Song

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