Madsen – Labyrinth

„Das ist die Welt/Das ist kein Traum/ Das ist die Realität“, lassen uns Madsen im Eröffnungsstück ‚ Labyrinth ‚ wissen und stehen kurz später auf den Straßen im strömenden Regen, melancholisch beäugen uns die traurigen Klavierklänge, spritzen kaltes Regenwasser in unsere Gesichter und verziehen plötzlich das Gesicht zu einem breiten Grinsen: ‚ Labyrinth ‚ verspricht was darin steckt. Ein Irrweg mündet in den nächsten, Tempowechsel und Richtungsänderungen machen den Opener zu einem sehr gelungenen Auftakt in die kommenden dreizehn Stücke. Und außerdem sollte man die Hoffnung auf ein Ziel nicht aufgeben, schließlich erinnern uns Madsen am Ende des Songs, „Denn ganz egal was auch geschieht/ da ist immer irgendjemand/ immer irgendjemand der dich liebt“. Doch die Suche danach ist mit vielen Rückschlägen und Neuanfängen versehen, ‚ Mein Herz Bleibt Hier ‚ ist eine klassische Rockballade mit großen Emotionen und Gitarren, die sanft aber bestimmend dem nahenden Sonnenuntergang entfliehen. ‚ Das Muss Liebe Sein ‚ geht seinen bestimmenden Weg nach Vorne und man möchte sich diesem Stück bedenkenlos anschließen. Es klingt wie eine große Nummer für große Stadien und doch bleiben Madsen der heimischen Keller-Atmosphäre mit krächzenden Verstärkern treu. Mit Sicht auf das mittlerweile vierte Studioalbum ist das eine erwähnenswerte Leistung und vermittelt Ihrer Musik und Ihrem Auftreten eine unausgesprochene Authentizität. Im Gegenzug muss das allerdings nicht unbedingt die klanglichen Qualitäten widerspiegeln, denn wie bereits auf früheren Platten, finden sich auch bei ‚ Labyrinth ‚ wieder einige nette Popsongs, jedoch nicht mehr und nicht weniger. Songs die am Rande der Geschehnisse nicht weiter auffallen und auf Namen hören wie ‚ Zwischen den Zeiten ‚, ‚ Jeder Für Jeden ‚ und ‚ Obenunten ‚. Aber bei dieser Fülle an Songs ist das eine verschwindet geringe Menge, die definitiv den Hörspaß nicht drücken wird. Nach der aktuellen Single ‚ Lass Die Liebe Regieren ‚ wird es mächtig laut in den heimischen Boxen. Krachende Melodien und reißende Gitarren prügelt Sänger Sascha auf einer Welle von Agressionen durch die Straßen. Es genügen Blicke auf die andere Seite um zu sehen was man selbst nie haben will. ‚ Blockade ‚ ist kurz gesagt ein Song, der einen mitten in der Nacht und nur in Unterwäsche bekleidet, ohne große Probleme bei Minustemperaturen vor die eigene Haustür treibt. Danach folgt die zweite Hälfte von ‚ Labyrinth ‚ mit verträumten Melodien in ‚ Schön, Dass Du Wieder Da Bist ‚, einer Dudelsack-Einlage bei ‚ Sieger ‚ und Worte von Größe im abschließenden Stück ‚ Legende ‚. Denn dort heißt es nicht „wir werden Sieger sein“, sondern „wir werden wie Sieger sein“ – weil es eben manchmal unabhängig vom Ausgang nur darum geht, es gemeinsam getan zu haben. Madsen haben es die letzten beiden Jahre verinnerlicht und dürfen sich mit ‚ Labyrinth ‚ zurecht wie Sieger fühlen.