Johnossi – All They Ever Wanted

Johnossi treten wieder an Ihre Instrumente, Instrumente die seit der letzten Platte ‚ Johnossi ‚ unberührt im Studio standen und nun zurück in die Hände von John Engelbert und Oskar Bonde geführt werden. Dementsprechend wenig hat sich am Sound der Schweden verändert. Noch immer drehen sich die meiste Zeit Verzerrungen in schwindelerregender Rotation gegeneinander und spüren kleine Verschnaufpausen nur selten in Form volkstümlicher Tendenzen. Wir beginnen mit ‚ 18 Karat Gold ‚ und einem fulminanten Auftakt. Stimmig rollen die Gitarren über meilenweite Schotterwege, während John in rauen Böen durch frühlingshafte Temperaturen wirbelt und ab Mitte der Strecke die auftürmenden Gefühle in einen tosenden Wirbelsturm treibt. ‚ Party With My Pain ‚ dreht den Regler nochmal ein Stück nach oben und erinnert an vergangene Tage der Debütplatte. Auch hier wurde in ruppiger Manier durch anfängliche Minuten gestampft, „She don’t sleep at night/ afraid to turn out the light/ and she’s home“, dröhnt es währenddessen durch die Boxen bis anschließend die rhythmischen Tötungsfantasien in plätschernde Gewässer verflachten. ‚ Train Song ‚ blickt unbekümmert für einen kleinen Sprung in den Rock’n’Roll der 60er Jahre. ‚ In The Mystery Time Of Cold And Rain ‚ bedient in hallender Atmosphäre den Gegenpart der ersten vier Stücke und übergibt an das krachende ‚ Zeppelin ‚. Spätestens hier werden die Wechsel zwischen Laut und Leise nervig. Scheppernd mit kräftigen Bums und melancholische Einsamkeit als gemeinsamer Nenner kann funktionieren, haben Johnossi auf dem Debüt bewiesen, doch auf ‚ All They Ever Wanted ‚ wirkt es zu ungeniert und abgedroschen. Es könnte ein ausgeleiertes Garage Rock Training der beiden Schweden sein. Wie weit können Gegensätze auseinander gehen um dennoch die lebenswichtige Verbindung zu halten? Johnossi haben diese Frage definitiv klären können. ‚ All They Ever Wanted ‚ geht an seine Grenzen, lässt Wünsche nach alten Zeiten erflammen, aber auch Momente aus dem gleichnamigen Debüt in einer trüben Rauchwolke verblassen. Schlussendlich wollten Johnossi mit dem Zweitwerk zu viel erreichen. Die musikalische Brutalität hämmert auf die ruhigen Momente mit roher Gewalt ein und schmälert auf diese Weiße Ihre tatsächlichen Qualitäten. Man könnte auch sagen, die Schweden hatten auf dem Debüt noch mehr Sinn für das notwendige Feingefühl. Dennoch bleibt am Ende eine anständige Platte zurück, die ebenso gerne gehört werden möchte, wie das gleichnamige Debüt von John und Oskar.