Digitalism – DJ-Kicks

In welchem Jahr, in welchem Monat soll man einsteigen, wenn man die besten Mixe aus der DJ-Kicks-Serie aufzählen möchte? Ist es die von Gold Panda? Wir hätten auch noch Kruder & Dorfmeister, Apparat, Hot Chip, Erlend Oye, Maya Jane Coles und Photek im Angebot. Aber das war natürlich nur eine sehr kleine Aufzählung dessen, was die DJ-Kicks-Serie in Ihrer Gesamtheit zu bieten hat. Denn das eigentliche Highlight ist für mich die aktuelle Ausgabe mit Digitalism. Es steckt zum Einen verdammt viel Herzblut in diesen 77 Minuten Spielzeit. Ab ‚ Menace ‚ von Axel Le Baron & Kurbatov bis zum finalen Schlussakt ‚ The Pictures ‚ von Digitalism selbst, ist die Tiefe und Vielseitigkeit in diesen Minuten für mich persönlich ungeschlagen. Während diesen Zeilen durchlaufen die Songs bereits die zweite Rotation und wir steigen jetzt einfach mal direkt in ‚ The Sun ‚ von WhoMadeWho ein. Losgelöst von der Schwerkraft tänzelt der Song auf einem Teppich aus hypnotisierenden Gesängen durch die Wolken, während klopfende Bassdrum-Tropfen wieder mit doppelter Geschwindigkeit zur Erde perlen. Der Mix von Digitalism, der für die legendäre DJ-Kicks-Serie von K7 angefertigt wurde, ist nach eigenen Worten für die beiden jungen Deutschen Jens Moelle udn Ismael Tüfekci, „…schließlich nichts weniger als die Erfüllung eines Traums“. Vor zwölf Jahren lernten sich die beiden als Verkäufer in einem Hamburger Plattenladen kennen und vollführen auf Ihrem eigenen Mix eine phantastische Mischung aus Electro-Rock, Synthie-Pop und Dance – eigentlich alles, was sich in diesen Genres so auftreiben lässt. Die stilistische Ideenbreitseite liefert kollektives Ausrasten ebenso, wie distinguiert-dezentes Hüftschwingen. Vieles in Ihrem Mix stammt von befreundeten Künstlern und Labels, einiges aus der Vergangenheit, doch zusammengesteckt wurden diese unterschiedlichen Epochen absolut nahtlos. Die zweite Nummer ‚ Travellers ‚ von Surrender! im Sharooz Remix ist so unglaublich stimmungsvoll, man möchte diesen Track immer und immer wieder hören. Äußerst gelungen ist auch die gewollte Konzeptlosigkeit, denn man kann dieses Set von Anfang bis Ende durchlaufen lassen, oder eben einzelne Lieder direkt anspielen. Und was auch immer dabei herauskommen möge – es passt eigentlich immer zusammen. Glücklicherweise wurden nun auch endlich Ihre beiden Tracks ‚ Simply Dead ‚ und ‚ The Pictures ‚, die schon seit Jahren durch die Digitalism-Sets geistern, einer offiziellen Veröffentlichung unterworfen. Im Grunde ist alles drauf was Stil und Klasse aufzuweisen hat, nebenbei bietet sich der abschließende Mix auch ganz wundervoll für einen Londrink bei Sonnenuntergang, wie das Duo selbst erzählt: „Wir können uns gut vorstellen, dass das am späten Nachmittag oder bei Sonnenuntergang läuft. Sobald es dann dunkel ist, kann man tiefer in der Musik versinken.“ Dem möchte man doch gerne nachkommen und bei der musikalischen Auswahl an hochwertigen Künstlern (zählen wir noch ein paar Weitere auf: Vitalic, The Rapture, Autotune, Tomas Barfod, Housemeister und The Sneekers) gibt es eigentlich überhaupt keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb man auch eines der Festivals mit Digitalism-Beteiligung auslassen müsste.