Chikinki – Bitten

Denke ich an Chikinki, fallen mir spontan Songs wie ‚ Assassinator 13 ‚, ‚ Hello Hello ‚ oder auch ‚ You Said ‚ ein. Aber seit einigen Tagen hat sich ein weiterer Track mit leichter Hinterhältigkeit und zugleich einer verführerischen Note in die Gehörgänge geschlichen, dessen Beharrlichkeit auf den zweiten Blick bewundernswert erscheint. Im Grunde besticht ‚ Bitte Bitte ‚, die erste Single aus dem neuen Chikinki Album ‚ Bitten ‚, bei der ersten Annäherung durch relative Harmlosigkeit. Holprige Beats durchkreuzen schleifende Synthies, dazwischen die markante Stimme von Sänger Rupert Browne, doch gegen Mitte des Songs eine plötzliche Wendung in den Geschehnissen: die Melodien beginnen zu gleiten, die emporsteigenden Geigen drehen sich grazil aus dem Hintergrund hervor und beleuchten einen Track, dessen wunderschöne Anmutigkeit, dessen aufkeimender Schwung soviele Anläufe bis zur vollständigen Akzeptanz hinnehmen musste. Ich darf mich dafür entschuldigen und es auf mein eigenes Unvermögen schieben. ‚ Bitte Bitte ‚ verlässt meinen Kopf nun nicht mehr, hat sich eingeprägt, verewigt und sticht mir bei dem unvermittelten Ende doch jedes Mal wieder den blutenden Dolch in mein Herz. Es ist eine schmerzende Liebe, die ich dennoch nicht mehr aufgeben werde. Aber genug in der ewigen Liebe verweilt, gibt es doch auf der neuen Platte noch weitere Tracks, die gehört und erwähnt werden wollen. So zum Beispiel der Opener ‚ Harry’s Last Hurrah ‚ im wippenden Mid-Tempo, getragen auf wummernden Bässen und leicht verträumten Melodien. Ähnlich, doch mit einem Schwung Melancholie, tragen uns bunte Wolken in ‚ Into The Night ‚ durch die nächtliche Finsternis, schließen unsere Augen und man würde sich gerne wünschen, diesen Augenblick noch für sehr lange Zeit genießen zu dürfen. Doch leider reißt uns aus dieser Träumerei ein warnender Ton mit dem Hinweis, Chikinki seien noch lange nicht am Ende, und stürzen sich kurz darauf in dunkle Gefilde, verschwinden nun vollständig in der zuvor überflogenden Finsternis und hinterlassen an dieser Stelle kaum ersichtliche Spuren für die Nachwelt. Der Wunsch nach Track 7 wird geweckt, doch wir bleiben standhaft und blicken zu ‚ All For One ‚, mit einem kompletten Gegensatz zu vorangegangen Minuten aus ‚ When We Land ‚. Die düstere Irrfahrt ist beendet, die Farben kehren zurück und auch in ‚ Deadhead ‚ müssen wir darauf nicht verzichten. Dennoch und mit einem nüchternen Blick betrachtet, bis zu ‚ Bitte Bitte ‚ gab es keinen Höhepunkt in dieser oder annähernder Form. Trotzdem erhalten sich die Tracks eine wohlwollende Qualität, deren oftmals experimentelle Seite besonders gut in das Gesamtbild von Chikinki passen. So spielt zum Beispiel ‚ Near Death Of A Salesman mit diesen Attributen und streut im Hintergrund allerlei Merkwürdigkeiten in die Strophen. Gegen Ende verflacht ‚ Bitten ‚ und im Stück ‚ Silver God ‚ war wohl der würdige Abschluss auch beim Besten Willen nicht aufzutreiben. Doch der Zusammenhalt auf dem Album ist gegeben und besticht im Abschluss, um es nochmals gebührend zu erwähnen, eben durch diesen einen ganz speziellen Song…