Brokof – Softly, Softly, Catchee Monkey

Ein schickes und aufregendes Cover liegt hier vor unserem Tisch, die Menschen scheinen aufgebracht und erregt zu sein. Was mag da wohl passiert sein? Eine These, die dazu sehr naheliegend erscheint, ist natürlich die vom aktuellen Release ‚ Softly, Softly, Catchee Monkey ‚ der deutschen Band Brokof. Endlich könnte man meinen, hat es doch drei Jahre Ihrer Zeit in Anspruch genommen, bis Fabian Leistner, Arne Berger, Rocco Weise und Christian Kohler die eigene Platte im Studio fertig produziert hatten. Nicht umsonst bedeutet der Albumtitel übersetzt soviel wie „Gut Ding will Weile haben“. Herausgekommen ist erstmal mit dem Opener ein Track, der nach diesen Zeilen ein leichtes Umdenken erfordert. Das Musikverständnis muss kurzzeitig neu geordnet werden bis die Gedanken bereit sind für die eigentliche Welt von Brokof: Eine kleine Welt aus Momentaufnahmen und deskriptiven Wahrnehmungen. Die Melodie zu diesem Anblick gleicht einer gefühlvollen Umarmung, die Gitarren wirken auf sympathische Art und Weise schüchtern, die Zeilen „I could not move, could not speak“ dringen nachdenklich in unsere Gehörgänge und kreieren einen sanften Widerhall. Man will sich dessen hingeben und erfährt besonders im sehr unbeschwerten Stück ‚ Smile ‚ eine weitere Bestärkung. Ein wenig werden in ‚ Here Comes The Man ‚ die Erinnerungen an Jochen Distelmeyer erweckt, wenngleich der Stil von Brokof nur wenige Vergleiche zulässt. ‚ Softly, Softly, Catchee Monkey ‚ durchzieht auf seiner gesamten Länge eine angenehme Leichtigkeit, der sich gerne lauschen lässt und auch emotional keine Wünsche offen lässt. Hin und wieder verlieren sich Brokof zwar in weniger bedeutende Momente, wie bei ‚ Angels ‚ und ‚ Lonesome Times ‚ – glänzen im Gegenzug aber wieder mit tieftraurigen und ernsten Minuten in ‚ Goodbye ‚. Insgesamt bleibt die Platte ein überdurchschnittliches Werk, erzeugt trotz den behutsamen Melodien eine grosse Dynamik und gewährt uns einen Augenblick für den kleinen Moment der inneren Ruhe.