Bored Man Overboard – Rogue

Bedächtig und nachdenklich beginnen die ersten Minuten auf ‚ Rogue ‚ von dem siebenköpfigen Kollektiv aus Stockholm. Es ist ein angenehmer und entspannter Indie-Folkrock inmitten minimalistischer Akustik und auftürmenden orchestralischen Arrangements. Sie bewegen sich in den Gebieten von The National, schreiten langsamen Schrittes durch die Versionen von The Gaslight Anthem und erinnern durch die ausdrucksstarke und musikalische Untermalung an Arcade Fire. Doch wird nach dem zweiten Stück ‚ A Wedding Dress ‚ umissverständlich deutlich wohin die Band Bored Man Overboard tatsächlich gehören: auf die Bühne. Denn was man hier erlebt, kann die widerspiegelnden Gefühle auf dem Album um ein Vielfaches überbieten. Eine kuschelige Stimmung mit Trompete, Streicher und Banjo lassen Herzen höher schlagen und offenbaren romantische Sonnenaufgänge um Mitternacht. ‚ Rogue ‚ ist der verwirrende Name des ersten Albums der Schweden, dass am 21. Januar 2011 beim Frankfurter Label Hazelwood erschienen ist. Ihre Entwicklung aus den letzten Jahren, darunter zwei EP Veröffentlichungen, tragen nun Rechnung und zeigen eine ansprechende Weitläufigkeit, die in musikalischer Sicht wahrlich überzeugen kann. Am Besten gefällt hier der zarte und oftmals gleitende Einsatz der Trompete, wie es in ‚ The Optimist ‚ von Bored Man Overboard zweifelsohne hervorragend umgesetzt wurde. Aber auch in seiner Gesamtheit gefällt die künstlerische Freiheit, euphorisch anzuschwellen und anschließend die Melodien wieder auf ein kunstvolles Minimum zurückzuschrauben. Bored Man Overboard können jedoch auch anders und zeigen dies in dem gitarrenlastigen Stück ‚ Sinner Song ‚. Übrigens war das Stück im Trailer zur zweiten Staffel der amerikanischen Serie „Dexter“ zu hören. Also ganz die Unbekannten sind die Schweden nicht mehr und schlussendlich darf man sich darüber freuen, denn einen Blick wert sind die Herrschaften in jedem Fall und damit auch die derzeit laufende Tour durch Deutschland.