Barry Gibb – Greenfields: The Gibb Brothers‘ Songbook, Vol 1

Das neue Album des Bee Gees Sängers BARRY GIBB beinhaltet Gastauftritte von Jay Buchanan, Brandi Carlile, Sheryl Crow, Tommy Emmanuel, Jason Isbell, Alison Krauss, Miranda Lambert, Little Big Town, Olivia Newton-John, Dolly Parton, David Rawlings, Keith Urban und Gillian Welch.

Obwohl sie Hits für Country Legenden wie Conway Twitty oder die Duettpartner Dolly Parton und Kenny Rogers geschrieben haben, hätte niemand die Bee Gees jemals damit verwechselt, selbst Country Künstler oder Autoren zu sein. Dies ändert sich nun mit der Veröffentlichung von „Greenfields: The Gibb Brothers’ Songbook, Vol. 1”. Es ist ein seltenes Soloalbum von Barry Gibb, das vom Country-Magnaten Dave Cobb mit einer hübschen Handvoll Duett-Partnern produziert wurde. Es ist eine Hommage an den reichen, melodischen Katalog seines und seiner verstorbenen Brüder. Der theatralische und zitternde Ton jedes einzelnen Songs – einmal in diesem neuen Folk Gewand gehört – so instinktiv richtig scheint wie ein Country Song und die Disco- und Chamber-Pop-Originale fast vergessen lässt. Der atmosphärische Country von „Greenfields: The Gibb Brothers’ Songbook, Vol. 1” liegt nicht nur in den Aufmachungen der Songs, sondern auch in ihren Wurzeln.

An diesen neuen Arrangements ist jedoch nichts radikal anderes, was zweifellos eine gute Sache ist. Tatsächlich erhält die traurige Melancholie im Großteil des Gibbs-Materials eine neue Perspektive – Worte, die hier als Duett mit Dolly Parton aufgeführt werden, klingen traurig und ergreifend, während „How Can You Mend A Broken Heart“ die beträchtliche Kraft und Wärme von Sheryl Crow’s Stimme zu einer bereits klassischen Ballade hinzufügt. Die Titelauswahl ist überraschend vielfältig. Während so ziemlich jeder „How Deep Is Your Love“ und „Jive Talkin’“ kennt, muss man schon ein richtiger Bee Gee sein, der besessen ist, um mit Songs wie „Butterfly“ vertraut zu sein, oder einer B-Seite wie „Rest Your Love On Me“. Es gibt sogar eine bisher unveröffentlichte Demo in Form von „Words Of A Fool“ – alles zusammen ergibt letztlich eine Trackliste, die sowohl Hardcore Fans als auch Gelegenheitshörer ansprechen sollte.

In dieser Hinsicht könnte man argumentieren, dass die weichen Konturen und die sepiafarbenen Duette von „Greenfields: The Gibb Brothers’ Songbook, Vol. 1” für unser Ohr noch einladender und natürlicher klingen, als sein vorheriges Soloalbum „In the Now “. Es ist die Symmetrie zeitloser, schmerzender Gesänge – Gibb mit Alison Krauss in einer leuchtenden, abgespeckten Version von „Too Much Heaven“ als bestes Beispiel. Vor dem Hintergrund des melodischen Glanzes, den nur wenige außer den Brüdern Gibb so perfekt beherrschten, liegt die Vermutung nahe, dass „Greenfields: The Gibb Brothers’ Songbook, Vol. 1” mehr als ein einmaliges Experiment darstellt.

7/10