Banks – III

Die in Los Angeles geborene Jillian Banks hat eine weitere faszinierende Musikwelt geschaffen. Auf dem neuen Album hören wir ohrenbetäubende Texte, die zwischen schrulligen Produktionen aufblühen. Jillian Banks macht Musik, die sich kaum wie etwas anderes für Wiederholungen anbietet. Ihr am meisten gestreamtes Lied „Beggin For Thread“ klingt fast wie etwas, das All Saints hätte aufnehmen können. Sie sind aber auch voller komplizierter Produktionsdetails und halbkryptischer Texte, die je öfters abgespielt werden, desto tiefer in das Gehirn eindringen. Der Album-Opener „Till Now“ ist in guter Weise ein Schlag in den Bauch. “I saw you outside, wearing the shirt that I gave you to remember me by“. 

 

Was diesen Anfangstrack so kraftvoll macht, ist ganz einfach: Banks meint es mit jeder Faser ihres Wesens. Diese Stärke kann in der Musik schwer zu finden sein, aber mit „III“ bekommen wir sie von Anfang an. „Till Now“ ist ein Lied, mit dem sich jeder identifizieren kann, aber wir spüren auch den Schmerz von Banks als Individuum innerhalb der kurzen zweieinhalb Minuten. Das Album wechselt häufig den Ton: Die Songs können sowohl gewaltig als auch verwundbar, anklagend oder voller Bedauern sein. “You want me to stroke your ego”, seufzt Banks in „Stroke“, einem Song über das Verliebtsein in einen Narzissten, der federleichte Melodien mit einem knackigen, industrienahen Beat kombiniert.

„Propaganda“ ist eine Augenweide, ebenso wie „The Fall“, dessen Melodien pure Leidenschaft ausstrahlt. Die letzten beiden Tracks „Made of Water“ und „What About Love“ sind weiche, gefühlvolle Tracks, die beide von Traurigkeit geprägt sind. „What About Love“ ist ein wunderschönes Ende dieser dritten Platte. Banks entwickelt sich ständig weiter und „III“ ist definitiv eine Weiterentwicklung für sie als Künstlerin. Die optimistischeren Tracks wechseln sich mit weicheren, zarteren Songs ab, die die Dualität ihrer Persönlichkeit unterstreichen und auch deren Wiederholungswert maßgeblich erhöhen.