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AVIVA Volume II

2021

Warum VOLUME II von AViVA wie ein Befreiungsschlag für deine dunklen Tage klingt.

Manchmal gibt es diese Alben, die nicht einfach nur auf Spotify plätschern, sondern wie ein Sturm in dein Zimmer krachen. „VOLUME II“ von AViVA ist genau so eins. Eine Wand aus Sound, ein Tagebuch in 12 Kapiteln – jedes davon scharf, verletzlich, wütend und doch unverschämt empowernd. Dieses Album kam nicht einfach raus. Es erschien. So, als würde jemand das Licht anmachen in einem Raum, in dem du dich viel zu lange allein gefühlt hast.

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Schon das Albumcover schreit nach Unabhängigkeit. In nebligem Asphaltgrau gehalten, mit einem Porträt, das eher schaut als gefallen will – AViVA blickt einen an, als wüsste sie Dinge über dich, die du selbst noch nicht formulieren kannst. Und ehrlich? Wahrscheinlich tut sie das auch. Ihre Community nennt sich nicht umsonst Outsiders. Das hier ist nicht für alle gemacht – und gerade deshalb fühlt es sich so richtig an.

Der Einstieg mit „RULES“ ist kein Warmwerden, sondern ein Faustschlag. Gitarren krachen rein, Beats stampfen, und AViVA ruft uns zu: „I make my own rules!“. Wer hier nicht sofort aufrecht sitzt, hat entweder keinen Herzschlag oder den Bass zu leise. „HYPNOTIZED“ zieht einen dann ganz anders rein. Mit dieser düsteren, fast schon sirenenhaften Melodie und dem slicken Elektrobeat klingt der Song wie ein toxischer Liebesbrief an die Selbstsabotage – und man will jede Zeile mitgrölen. 

Spätestens bei „EVIL“ ist klar: Diese Frau verhandelt mit Dämonen, aber sie ist dabei immer die, die den Vertrag diktiert. Wenn AViVA in „QUEEN OF THE FREAKS“ ihren Thron besteigt, ist es kein leerer Titel. Es ist ein Schlachtruf für alle, die sich jemals fehl am Platz gefühlt haben. Sie nimmt das Wort „Freak“ und macht daraus eine Krone. Und „ANTIHERO“? Der Song ist wie ein Blick in den Spiegel, wenn man sich fragt, ob man überhaupt der Gute in der eigenen Story ist – und dann einfach beschließt, dass man das gar nicht sein muss.

Doch „VOLUME II“ wäre kein echtes AViVA-Album ohne diese Momente, in denen man kurz innehält und merkt: Unter der ganzen Rebellion liegt Schmerz. „HOUDINI“ ist so ein Moment – ein Track, der wie ein Fluchtversuch klingt. Und ja, manchmal will man genau das: einfach verschwinden. Aber AViVA zeigt uns, dass Stärke oft genau da liegt, wo wir am verletzlichsten sind. „TWISTED“ und „DEMONS“ bringen das Album dann zu einem Finale, das eher wie ein offener Ausgang wirkt. Keine Happy Ends. Keine Versöhnung. Sondern ein: „Ich bin noch da. Und ich bleibe laut.“

„VOLUME II“ ist kein Album, das man nebenbei hört. Es ist ein Statement. Für Außenseiterinnen, für alle, die zu viel fühlen, zu laut sind, zu anders – und dabei trotzdem ganz genau wissen, wer sie sind. Oder es gerade herausfinden. Die Produktion ist bissig, düster, immer mit diesem leicht verzerrten, beinahe industrialmäßigen Einschlag. Und gleichzeitig ist da diese klare Vision: Hier spricht jemand, der was zu sagen hat.

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87
silhouette
2021
Volume II
AG-0051-TZ

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

illustration
2014
Animism
AG-0047-BE
close-up
2023
Doom Loop
AG-0048-KR
zentriert
1996
Hard Core
AG-0049-KR
schriftbild
2014
La Isla Bonita
AG-0050-RO
körpe‍r
2023
Echo The Diamond
AG-0052-TS
collage
2004
Rubber Factory
AG-0053-RO
konzeptuell
2023
Am I British Yet?
AG-0054-TZ
körpe‍r
2022
CRASH
AG-0055-TZ