Author

MariaStacks

Author

MariaStacks

LEILA – 20 SOMETHING IS A F*CKING STRANGE PLACE

Zwischen New Yorker Coolness und Berner Nachdenklichkeit inszeniert LEILA das Erwachsenwerden als perfekt polierte Pop-Krise. Auf ihrem Debütalbum trifft trockener Sprechgesang auf veredelten Nullerjahre-Gitarrenpop, der zwar glänzt, aber kaum Schrammen hinterlässt. Wer die Zerrissenheit der Mittzwanziger sucht, findet hier vor allem stilvolle Kontrolle.

Wasia Project – Nocturne

Das Londoner Geschwisterduo WASIA PROJECT verlässt mit seinem Debütalbum den geschützten Raum der Schlafzimmer-Melancholie. Statt klanglicher Gefälligkeit dominieren orchestrale Abgründe und nächtliche Club-Anleihen. Dieser Schritt offenbart eine künstlerische Schärfe, die weit über das herkömmliche Indie-Pop-Korsett hinausreicht.

Nicole Atkins – Drama

Wenn üppiger Baroque-Pop auf die feinen Risse einer Isolation im 21. Jahrhundert trifft, verwandelt NICOLE ATKINS das Sehnen der Einsamkeit in ein hochglänzendes Stück Breitwand-Melodram. DRAMA verweigert sich dem bloßen Retro-Zitat und sucht stattdessen die rohe Intimität hinter dem perfekten Arrangement. Ein ebenso opulentes wie scharfkonturiertes Werk, das klassisches Songwriting konsequent neu vermisst.

Slow Pulp – Melodie

Wer die ewig verwaschene Shoegaze-Melancholie als Schutzschild brauchte, muss jetzt stark sein. SLOW PULP rücken ihren bittersüßen Indierock ins grelle Scheinwerferlicht und wagen den Schritt zur glasklaren Pop-Geste. Die Dazugehörigkeit zum behaglichen Kulturpessimismus geht dabei flöten, gewonnen wird eine umso dringlichere musikalische Präsenz.