Zoot Woman – Things Are What They Used To Be

Die Elektropopper von Zoot Woman melden sich nach sechs endlosen Jahren des unruhigen Wartens endlich zurück, nennen Ihre dritte Platte ‚ Things Are What They Used To Be ‚ und katapultieren sich damit ohne Umschweife auf den Pop-Olymp. So einfach und schnell kann es augenscheinlich funktionieren. Doch dahinter steckt natürlich mühevolle Arbeit und auch Madonna schnappte sich in der Zwischenzeit Bassist Stuart Price und ließ sich mit dessen Hilfe ‚ Confessions On A Dancefloor ‚ nach Maß produzieren. Sicherlich die Hauptgründe, warum der ursprüngliche Release-Termin im Frühjahr 2008 nicht wahrgenommen werden konnte. Aber unter diesen Umständen darf man nur unglaublich dankbar für diese Verzögerung sein. Das Warten hat sich schlussendlich mehr als nur gelohnt, die beiden Tracks ‚ We Won’t Break ‚ aus dem Jahr 2007 und ‚ Live In My Head ‚ ein Jahr darauf, haben definitiv nicht zuviel versprochen und toppen mit den anderen zehn Tracks die beiden Platten der letzten Jahre um Längen.

Nicht das Ihr Debüt ‚ Living In A Magazine ‚ und ‚ Zoot Woman ‚ weniger qualitativ hochwertig wären, jedoch scheint es auf ‚ Things Are What They Used To Be ‚, als hätte man Sie in einem Guss erschaffen und anschließend die Form zerbrochen. Makellos, unberührt, nachdenklich, einzigartig und voller Leidenschaft. Dieses Album ist perfekter Electro Pop, verbindet die Gesamtheit aller Gefühlsregungen und kreiert durch die Zeit hindurch eine selbstständig handelnde Identität. Das eigene Körperbewusstsein verbindet sich in einer seltenen Kombination mit dem neuen Soundkostüm von Zoot Woman und erscheint als bewusstseinsfähige Erscheinung wieder vor unserem geistigen Auge. Wir befinden uns an einem merkwürdigen Ort zwischen Trance und Electro, nie lässt sich das Trio in eine bestimmte Richtung drängen oder gar beeinflussen und schon gar nicht will es auf den prachtvollen Rausch der Nacht verzichten.

Sie erstrahlen in dieser betörenden Dunkelheit aus allen erdenklichen Ecken, erleuchten in ungewöhnlich dominanten Glanz die zahllosen Lichtreflexionen und haben es besonders der sorgfältigen Produktion zu verdanken, das Ihr exzellentes Meisterwerk in 45 Minuten Spielzeit eine Zelebrierung erfährt, wie selten etwas zuvor. Sie konzipieren den Sound für die Tanzflächen dieser Welt, laden virtuelle Gitarren, knarzende Bässe und wabbernde Synthesizer zu sich ein, mischen ein bisschen Melancholie und Euphorie darunter- fertig ist das Wundermittel für müde und bewegungsscheue Tanzbeine. Zoot Woman beweisen grandiose Stilsicherheit, blicken nicht auf Ihre 14jährige Bandgeschichte zurück und haben auch nicht die glorreichen Songs vergessen, in denen Johnny Blake reizvoll und lieblich auf melancholischen Tönen wirbelt, wie eine sanfte Feder durch den kristallklaren Nachthimmel.