Wolf Parade – Thin Mind

Auf dem neuen Album stellen sich Wolf Parade den Herausforderungen des zügellosen Tech-Zeitalters. Das Konzept von „Thin Mind“ wurzelt in einer zunehmenden Abhängigkeit von Technologie. Eine Transparenz von Substanz und allgemeiner Leere aus der Online-Welt. Der unausweichliche Zugang zu digitalen Inhalten und seine vielfältigen Auswirkungen auf die Menschheit ist derzeit ein zentrales Thema auf dem kollektiven Radar zahlreicher Bands. Eines der bekanntesten Vertreter dürfte MGMT’s „Little Dark Age“ sein. Doch zurück zu Wolf Parade, die seit dem letzten Jahr ohne Multiinstrumentalisten Dante DeCaro auskommen müssen und nun wieder zu ihrem ursprünglichen Trio zurückgekehrt sind.

„Under Glass“ eröffnet das Album mit einem Leitbild: Wir sind immer noch „free in our minds“, aber „nobody knows what they want anymore“. Es ist ein scharfes, poliertes Lied mit typischen Wolf-Parade-Akkorden und Dan Boeckner’s paranoidem Gesang. Das Album ist etwas experimenteller als die vorherigen, insbesondere in Bezug auf den liberalen Einsatz der Synthesizer. Wolf Parade klingen lebhaft, leidenschaftlich und engagiert in diesen zehn Songs. Während Thompson’s Schlagzeug die Songs mit einem ausgesprochen menschlichen Puls umgibt, verleihen die Synthesizer ein Gefühl, das Vergangenheit und Gegenwart verschmilzt, während Keyboard-Sounds den Geist des klassischen Synth-Pop hervorrufen.

An anderer Stelle knüpft der elektronische Glanz von „Wandering Son“ an den Post-Punk der späten 70er und frühen 80er Jahre an, der an Bands wie The Cars und The Tubes erinnert. Mit der Reduzierung zum ursprünglichen Trio ist Wolf Parade symbolisch und klanglich zu einer Vorlage zurückgekehrt, die sich so organisch anfühlt wie bei ihrem Debüt vor fünfzehn Jahren. „Thin Mind“ spricht die Sorgen eines Zeitalters an, das mit Langeweile und Kommerzialisierung behaftet ist und hat dabei mit nur wenigen musikalischen Änderungen an der gewohnten Formel sorgfältig ausgearbeitete zehn neue Songs entstehen lassen.