Wolf Eyes – I Am A Problem: Mind In Pieces

Zu Wolf Eyes gehörten schon immer diese dämonischen Hörner und ausgerenkten Gitarren zwischen einem schwarz weißen Rauschen. Es ist eine paranoide Dystopie, die sich zwischen überzeugter Verrücktheit in einer weitreichenden, experimentellen und unmöglich zu kategorisieren Welt abspielt. Seit 1997 war die Gruppe um Young, John Olson und Jim Baljo bei verschiedenen Labels unter Vertrag, mit »I Am a Problem: Mind in Pieces« folgt nun das Debüt auf Third Man Records, dem Label von Jack White. Zugleich ist das Album wohl Ihre gestörteste Arbeit bis hierher.

»Catch the Rich Train« eröffnet das Album mit einer tranceartigen Spirale, verrückten E-Piano Akkorden und durchscheinenden Klängen aus dem Saxophon. Es ist ein Vorspiel vor dem Abstieg in eine Schlacht aus flackernden Riffs und todbringenden Gesängen. »Twister Nightfall« ist mit seinen zahlreichen Einzelakkorden und Gesangsmelodien das einfachste Stück und erinnert in Teilen an Velvet Underground. »T.O.D.D.« stampft zu Beginn mit dumpfen Schlägen durch einen mantrischen Alptraum. “Your psyche is like a doorway / Can’t turn back / This place resists.” Man versucht gegen die turbulenten Wände der Instrumentierung anzukämpfen, doch alles dreht sich und schließlich wird jeder Widerstand gebrochen und begräbt mit seinem gigantischen Gewicht das eigene Selbst.

Der neue Langspieler ist nicht wie »Burned Mind«, »Human Animal« oder »No Answer«. Wolf Eyes zweigen auf »I Am a Problem: Mind in Pieces« in eine neue interessante Richtung ab und perfektionieren Ihre Kunst. Ein leistungsstarker Datensatz, der  die Hälfte der Gäste vergraulen wird, doch die andere Hälfte wird diese Platte lieben.

6.6