Washed Out – Within And Without

Die Aufnahmen zum ersten Werk ‚ Within and Without ‚ unter dem Pseudonym Washed Out bestritt Ernest Greene auf eigene Faust. Im Schlafzimmer seiner Eltern verkroch sich der Mann aus Georgia um die neuen Songs zu produzieren. Vieles entstandene ging in Richtung Synth-Pop/Elektronik und so beschloss er kurzerhand, die Tracks unter dem neuen Namen Washed Out zu veröffentlichen. Treffen die sonnigen und hellen Songs das erste Mal auf die eigenen Ohren, bleibt es dennoch das unverkennbare Werk eines Mannes in der Isolation. Die Arbeiten zu ‚ Within and Without ‚ dauerten dabei nur ein paar Monate und schwieriger als die Aufnahmen gestalteten sich die anstehenden Liveshows. Die Möglichkeiten als Ein-Mann-Band sind begrenzt und dementspechend heikel war der Übergang vom kleinen Zimmer in größere Clubs hin zu Rock-Arenen und Festivals. Doch nach zwei Jahren auf Tour steht Ihm nun eine Begleitband zur Seite und auch die Entwicklungen über die letzten Monate sind auf dem neuen Album klar definiert.

Ernest Greene wird trotzdem der sympathische Schlafzimmer-Synth-Pop-Künstler bleiben, der auf Subpop Records seinen Vertrag unterzeichnete und über das Label aus Seattle nun sein Debüt veröffentlicht. ‚ Within and Without ‚ ist der entspannte Sonnenuntergang und mit ‚ You And I ’ (featuring Caroline Polachek von der Elektronik Band Chairlift aus Brooklyn, NY) setzt Greene zugleich den Beweis mit 80er Jahre Träumereien, einer erfrischenden New Romantic in ‚ Amor Fati ‚ und belebt sogar in ‚ Before ‚ das 90er Jahre Trip-Hop-Kopf-nicken. Und immer wenn Greene zu singen beginnt, erinnert es ein wenig an Chapterhouse. Eine wahrlich wohltuende Erfrischung. Erhabene Melodien und eine besonders hypnotische Stimme erwarten uns im Stück ‚ Soft ‚. Mit einer Violine reichert den Song ‚ Far Away ‚ an und auch wenn dieser nicht unbedingt bemerkenswert erscheint, ist er immer noch besser als vieles andere in diesen schwebenden Regionen des Shoegazer-Synth-Pop.

Mit seinem Projekt Washed Out bricht er zwar schlussendlich nicht die bewährten Formen, doch erschafft er strahlende Eleganz, solide Rhythmen, geschickte Wendungen und oftmals brillante Sound-Konstruktionen. Der Hörer wächst förmlich in den Klang und in die dominierenden Texturen von ‚ Within and Without ‚ hinein und während wir fröhlich die Beine auf den Tanzflächen zum Takt der Musik bewegen, ist er damit beschäftigt die Fäden hinter dem Vorhang zu ziehen…