Washed Out – Purple Noon

In PURPLE NOON dreht sich WASHED OUT um sich selbst und blickt dabei in seine Vergangenheit.

Das neue Album von Washed Out fühlt sich wie eine polierte, klanglich verstärkte Fortsetzung des ersten Albums „Within and Without“ an. Wie auf dieser Platte ist die Stimmung auch hier gedämpft, die Instrumentierung ist gedämpft und Greene’s Gesang schwebt am Rande des Schlummers, während die Songs wie verbundene Träume ineinander driften. Es ist ein eindringliches Hörerlebnis mit einer melancholischen Stimmung, die immer wieder erforscht wird, bis der Hörer in einer Welle der Erstarrung gehüllt wird, während die Synthesizer anschwellen und sprudeln, Echo-Harmonien herumwirbeln und die Drum-Maschinen Rhythmen sanft ausklingen lassen. 

 

„Purple Noon“ wird mit dem niedergeschlagen klingenden „Too Late“ eröffnet. Die Beats sind knackig. Greene’s Gesang ist voller Reue und Sehnsucht, als er über eine vergangene Beziehung klagt, die vor seinen Augen zusammenbrach, und niemals enden wird zu schmerzen. Dies ist ein Thema, das Greene während „Purple Noon“ weiterführt. Es ist eine musikalische Version dessen, wie der Bau einer Sandburg zum Scheitern verurteilt ist. Wir wissen, was passieren wird. Wir können kurz einen Wassergraben bauen, aber irgendwann gewinnt die Flut und die Sandburg verschwindet vor unseren Augen. Wir fragen uns, ob wir hätten mehr tun können.

 

Dies ist das Hauptthema von „Purple Noon“. Hätte ich mehr tun können? Auf perverse Weise nein. Wenn Greene es getan hätte, hätten wir diese großartige Sammlung von Songs nicht. „Don’t Go“ ist einer der herausragenden Momente auf dem Album und zeigt beispielhaft seine Fähigkeiten als Songschreiber. In den suchendsten Momenten von „Purple Noon“ überlegt Greene, wie sich die Dinge mit der Möglichkeit entwickelt hätten, wenn er die Zeit zurückzuspulen und es erneut versuchen könnte. Oft kommt er zu dem Schluss, dass die eventuelle Zerstörung unvermeidlich ist. “I just wanna go back start it all again / This time I’ll let you win,” he ventures on ‘Time To Walk Away’, concluding that “it’s probably just hopeless / This time.”

Als Nachteil darf man Green mit seiner neuen Veröffentlichung darlegen, dass und obwohl diese Songs nach einer festgelegten Definition nicht unbedingt schlecht sind, der Mehrheit sicherlich die Finesse fehlt und der große Nachteil ist letztlich, dass Greene nicht bereit zu sein scheint, seine Blütezeit zu erweitern, sondern sich dafür entschieden hat, auf „Purple Noon“ bequem verwurzelt zu bleiben.