Warm Digits – Flight Of Ideas

Während andere zeitgenössische Künstler (Bat For Lashes, Thundercat) von der Breitbild-Pop-Seite der Mitte der achtziger Jahre beeinflusst sind, spielt dieses Projekt in den am weitesten entfernten Bereichen der Rave-Kultur und ist dennoch in der Gegenwart verwurzelt. Und es funktioniert wirklich gut: Es ist eine schöne Dosis kinetischer hyperaktiver Energie, wo wir sie doch gerade jetzt am dringendsten brauchen. Das vierte Album des Multiinstrumentalisten-Duos Andrew Hodson und Steve Jefferis, das sich durch ein eigenes kosmisches Universum bewegt, erwartet uns mit Synthesizern, cleveren Beats, nostalgischer Zwischenspielen und vielen Gäste.

Warm Digits sind von ihren perfekt erzeugten Wellen hochfliegender Klänge umgeben und fühlen sich in ihrer eigenen, einzigartig widersprüchlichen kreativen Welt wohl. Auf einem grenzenlosen Spielplatz mit kalkulierten Beats laden sie ihre Gastsänger ein, zu kommen und frei zu sein. Die Single „Shake The Wheels Off“ ist eine tadellose Wahl für die Zusammenarbeit mit den glänzenden neuen Disco-Rettern The Orielles in einem Stück puren Synth-Pop-Genuss. Die farbenfrohen Grafiken, die die Veröffentlichungen dieses Albums begleiten, verstärken das Bild von Warm Digits, während jeder Künstler sich selbst überlassen bleibt, um den Track zu seinem eigenen zu machen.

„Feel The Panic“ mit The Lovely Eggs ist ein ansteckender psychedelischer Elektro-Grunge. Die Sängerin Holly Ross vermittelt ein Gefühl der Freiheit, während an anderer Stelle die höhlenartigen Töne von Paul Smith von Maximo Park im astronomischen „Fools Tomorrow“ in unseren Gehörgängen bruzeln. Danach wandert die verträumte Stimme von Emma Pollock durch das frenetisch funkige „The View From Nowhere“. Vollgepackt mit Ideen und launischen Ausbrüchen, werden diese durch Ihre Melodien und einer Reihe von Synthesizern (das ist der Sammelbegriff) zusammengehalten. „Flight off Ideas“ hebt ab und wird nicht so schnell wieder herunterkommen. Und wir auch nicht.